Neuer Geely Starray EM-i im Test: Legerer Langstreckler

09.07.2026 09:38 Uhr | Lesezeit: 3 min
Agiles Antlitz: der Starray EM-i von vorn.
© Foto: Martin Meiners/Geely

Der chinesische Autoriese Geely setzt auch weiterhin auf Plug-in-Hybride – allerdings keine gewöhnlichen. So wartet der jüngste Spross dieser Gattung, der Geely Starray EM-i, gleich mit mehreren Überraschungen auf.

Sie schienen auf dem absteigenden Ast zu sein – doch unvermittelt sind PHEV so etwas wie der Antrieb der Wahl. So setzt auch Geely bei seinem Markenlaunch mit zwei Fahrzeugen in Deutschland in Gestalt des Starray EM-i zu 50 Prozent auf die Plug-in-Lösung. Der Geely E5 ist ein rein elektrisches Fahrzeug.

491.000 NEV-Fahrzeuge hat Geely im ersten Quartal 2026 abgesetzt. NEV (New Energy Vehicle) ist in China und Asien die gängige Bezeichnung für Antriebe jenseits des reinen Verbrenners. Dazu zählen auch die Plug-in-Hybride. Insgesamt verkaufte Geely im ersten Quartal knapp 709.400 Fahrzeuge und war damit die Nummer eins in China. Die Rate der NEV-Fahrzeuge am Gesamtverkauf lag in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei 69,2 Prozent.


Geely Starray EM-i

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Geely Starray EM-i: über 130 Kilometer Reichweite

Daran hat der Starray EM-i bereits einen soliden Anteil. Seit Markteinführung wurden monatlich rund 10.000 Fahrzeuge verkauft, das sind derzeit etwa 180.000. Nun ist der deutsche Markt dran, in dem ja das Thema Reichweitenangst auch Jahre nach Beginn der Elektrifizierung noch ein Thema ist.

Der Starray beendet diese gleich von zwei Seiten. Mit der stärkeren von zwei Batterien (18,4 kWh/29,8 kWh) schafft das so geräumige wie gefällige SUV 136 Kilometer rein elektrische Strecke. Die Gesamtreichweite beläuft sich auf imposante 1.055 Kilometer – die sich im ersten Fahrtest naturgemäß nicht verifizieren ließen; im Unterschied zur Elektrodistanz. Da passten Restmenge und gefahrene Strecke exakt zusammen.

Von außen wie innen mutet der etwas größere Starray EM-i an wie ein zweieiiger Zwilling des Geely E5. Im Cockpit fällt einzig auf, dass die Induktionsladefläche oben in der Mittelkonsole angeordnet ist, nicht unten wie beim E5. Ansonsten herrscht vertraute Geely-Atmosphäre, was immer bedeutet, dass in der Innenraumarchitektur eine Prise Volvo mit dabei ist: Türgriffe, Außenspiegel inklusive Volvos Totwinkelwarner-Symbol oder auch der Innenspiegel.

Wie beim Schwestermodell E5 legt Geely seinen Fokus auf gediegene Wertigkeit und vernünftige Preise. Das geht in der bereits beinahe vollausgestatteten Grundversion Pro bei 32.990 Euro los und hört bereits bei schlanken 37.990 Euro auf. Dafür gibt’s dann unter andere, das hervorragende Soundsystem aus eigenem Hause mit 16 Lautsprechern. Die mittlere Ausstattung hält für Vielfahrer das wohl beste Preis-Leistungsverhältnis bereit.

Denn ab 35.990 Euro ist die größere Batterie an Bord. Sie schafft nicht nur die erwähnten 136 Kilometer Elektrostrecke, sondern an DC-Ladesäulen beachtliche 78 kW. Das macht den Starray wirklich zu einem nahezu perfekten Reisemobil. Hinzu kommt das Kofferraumvolumen von 528 Litern, das bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 2.065 Liter wächst und damit zu den größten seiner Klasse gehört. Dazu gibt’s als Bonus noch 100 Liter Laderaum unter dem Ladeboden sowie zwei Schubladen unter der Rücksitzbank.


Geely E5 (Test)

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Die 193 kW/262 PS Systemleistung machen naturgemäß keinen Racer aus dem Starray. Für zügiges und entspanntes Vorankommen hingegen ist der EM-i bestens geeignet – und wer es denn will, für eine Prise Sportlichkeit ebenfalls. Dann allerdings hört man im gut isolierten Starray durchaus schon mal den Verbrenner aufgeregt fiepen; von Röhren kann bei 1,5 Litern Hubraum nicht so recht die Rede sein. Dass Abstimmung, Aufhängung sowie Lenkung dem deutschen Geschmack entsprechen, zeigt im automobilen Alltag auf anschauliche Weise, dass Geely es ernst meint mit seinem lokalen wie kontinentalen Engagement in Europa. Das wird auch durch die Garantie von acht Jahren und 200.000 Kilometern untermauert.

Der deutsche Firmensitz in Raunheim ist gleichzeitig auch Forschungs- und Entwicklungszentrum. Dort erfolgte auch die Erarbeitung dieses Modells. Umfangreiche Testfahrten auf europäischen Straßen bildeten die Grundlage für die Abstimmung des Fahrzeugs. Dabei, so versichert man bei Geely, standen insbesondere die Anforderungen europäischer Fahrer im Fokus – von kurvigen Landstraßen über hohe Autobahngeschwindigkeiten bis hin zu Fahrten mit voller Beladung.

Bei Sylvain Verstraeten, Head of Vehicle Engineering bei Geely Technology Europe, schwingt da ein bisschen Stolz mit: „Dass diese Konfiguration später auch für weitere internationale Märkte übernommen wurde, bestätigt den hohen Anspruch und die Qualität unserer Entwicklungsarbeit in Europa.“

Das gilt auch für das stimmige und so elegante wie unaufdringliche Design des Starray. Prägnantester Unterschied zum Geely E5: Die versenkten Türgriffe sind im neuen EM-i bereits durch herkömmliche ersetzt. Damit erfüllt man eine neue Verordnung in China, die versenkbare Griffe ab 2027 aus Sicherheitsgründen verbietet. Die europäischen Kunden, die sowieso lieber die Autotür im klassischen Griff haben, wird es freuen.

Geely Starray EM-i: technische Daten:

  • Länge: 4,74 Meter, Breite: 1,91 Meter, Höhe: 1,69 Meter
  • Radstand: 2,76 Meter, Kofferraumvolumen: 528–2.065 Liter
  • 1,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor, 73 kW/99 PS, E-Motor mit Frontantrieb
  • Verbrauch: 2,4 l/100 km/1,5 l/100 km, bei leerer Batterie 6l/100 km
  • 160 kW/218 PS, Gesamtleistung: 193 kW/266 PS, Drehmoment: 262 Nm, 0–100 km/h
  • 8,0 s–8,2 s, Vmax: 170 km/h,
  • Verbrauch: 16,9 kWh/100 km–15,8 kWh/100 km/h, CO2/100 km: 54/33 g
  • Akkugröße: 18,4 kWh/29,8 kWh
  • E-Reichweite: 83 km/136 km (WLTP), Gesamtreichweite 1002/1055 km
  • Ladeleistung: 38 kW/78kW (DC), 6,6 kW (AC), Ladedauer: DC: 10–80 % in 20 Minuten, AC: 25–100 % in 3/4,6 Std.  
  • Preis: ab 32.990 Euro, Preis Testwagen: 37.990 Euro

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