Der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service-Ausrüstungen e. V. (ASA) hat auf seiner Jahresmitgliederversammlung Ende Juni in Karlsruhe wichtige personelle und strukturelle Entscheidungen getroffen. 56 der derzeit 93 Mitgliedsunternehmen nahmen an der Versammlung teil. Im Mittelpunkt standen die turnusgemäßen Wahlen, die Entlastung des Vorstands sowie eine Satzungsänderung, mit der der Verband seine Strukturen an veränderte Marktbedingungen anpassen will.
Beaujean und Kempin einstimmig bestätigt
ASA-Präsident Frank Beaujean und ASA-Vizepräsident Marco Kempin wurden einstimmig für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Für Beaujean ist es die sechste Amtszeit, Kempin tritt seine vierte Amtszeit an. Auch Andreas Weber wurde erneut einstimmig als Beirat bestätigt und gehört dem ASA-Vorstand damit für weitere zwei Jahre an.
Zuvor hatten die anwesenden stimmberechtigten ordentlichen Mitgliedsunternehmen Vorstand und Geschäftsstelle nach dem Bericht der Rechnungsprüfer Kristina Kallmaier und Antonio Multari einstimmig entlastet. Zudem gab Beaujean bekannt, dass Wolf-Erik Schmitt sein Amt als Vizepräsident nach der Hälfte seiner Amtszeit niedergelegt hat. Schmitt steht vor neuen beruflichen Aufgaben und entsprach mit seinem Rückzug den Vorgaben der ASA-Satzung. Seine Aufgaben übernehmen bis zur turnusgemäßen Neuwahl im Mai 2027 Präsident und Vizepräsident gemeinsam.
Mehr Rechte für außerordentliche Mitglieder
Ein zentraler Beschluss der Mitgliederversammlung war die Änderung der ASA-Satzung. Der vom Vorstand vorgelegte Entwurf erhielt die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder. Künftig sollen auch außerordentliche Mitgliedsunternehmen mit Schwerpunkt Werkstattausrüstungsservice, Kalibrierung und Handel in der Jahresmitgliederversammlung stimmberechtigt sein. Zudem sieht die neue Satzung bei Wahlen eine Stimmgewichtung vor, die sich an Umsatzgröße und Mitarbeiterzahl im Geschäftsfeld Werkstattausrüstung orientiert.
Auch der Vorstand wird erweitert. Neben den Fachbereichsvorsitzenden und dem gewählten Beirat sollen künftig vier weitere Personen aus den Reihen der Mitgliedsunternehmen dem ASA-Vorstand angehören. Drei davon kommen aus dem Kreis der ordentlichen Mitglieder, also der Hersteller und Importeure, ein weiteres Vorstandsmitglied aus dem Kreis der außerordentlichen Mitglieder.
Verband reagiert auf Strukturwandel
Mit der Satzungsänderung reagiert der Verband auf strukturelle Veränderungen in der Branche. Während die Zahl klassischer Hersteller und Importeure zurückgeht, gewinnen Kalibrierlabore, Serviceanbieter und Handelsunternehmen zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklung soll sich künftig stärker in den Verbandsstrukturen widerspiegeln. Gleichzeitig will der ASA-Verband größere Hersteller und Importeure wieder stärker in die Verbandsarbeit einbinden.
"Wir wollen die großen Hersteller und Importeure stärker für die Verbandsarbeit zurückgewinnen, denn wir brauchen ihre Kompetenz im Vorstand und im Verband insgesamt", sagte Beaujean in Karlsruhe. Zugleich trage der Verband mit erweiterten Stimmrechten und einem zusätzlichen Vorstandssitz für außerordentliche Mitglieder dem Wandel der Werkstattausrüsterbranche Rechnung. "Diesen Strukturwandel müssen wir im Verband abbilden, wenn wir eine Zukunft haben wollen", so Beaujean.
Neue Satzung ab 2027
Die geänderte Satzung soll nach Prüfung durch das Registergericht in Frankfurt am Main erstmals zur ASA-Jahresmitgliederversammlung 2027 angewendet werden. Frankfurt ist seit März 2026 offizieller Registersitz des Verbandes.
Weitere Themen der Versammlung waren die Qualität der ASA-Kalibrierdatenbank sowie die ASA-Statistik. Beaujean kündigte an, Rückmeldungen aus Kalibrierlaboren zur Datenbank strukturiert aufzunehmen und die Qualität der eingepflegten Informationen zu verbessern. Auch die Absatzstatistik soll überprüft werden. Ziel sei es, die Datenbasis des Verbandes belastbarer zu machen.
Beaujean stellte die Versammlung unter den Leitgedanken "Zukunft sichern, Strukturen schärfen, Verantwortung teilen". Die beschlossene Satzungsänderung, die personelle Kontinuität an der Verbandsspitze und die angekündigten Maßnahmen zur Datenqualität seien Bausteine, um den ASA-Verband langfristig handlungsfähig und glaubwürdig aufzustellen.