Weiß und schwarz. Das sind die einzig erhältlichen Lackierungen des Jaecoo 7. Die zum Chery-Konzern gehörende Marke startet jetzt offiziell in Deutschland. Autoflotte drehte bereits die ersten Runden im stämmigen Chinesen, dessen Front mit den vertikal stehenden Lamellen im Kühlergrill aus dem Chinesen-Einerlei heraussticht. Sie bilden das Zentrum der Front, um die diverse Leuchtelemente platziert wurden. Athletisch wirken die ausgestellten Radhäuser mit 19-Zöllern darin. Am Heck machen ein Unterfahrschutz und ein Dachspoiler einen auf dicke Hose.
Der Gesamtauftritt ist stimmig, der Jaecoo 7 ist ein Hingucker. und hat es auf einen kleinen Teil des Kuchens der SUV-Kompaktklasse abgesehen: 4,50 Meter Länge sind dort gesetzt. Mit knapp 1,87 Metern Breite ist der „7“ breit geworden. Seine 200 Millimeter Bodenfreiheit sind nicht nur gut für Bordsteine und Baustellenzufahrten gerüstet – Allradantrieb gibt es jedoch nicht.
Jaecoo 7 Test (2026)
Jaecoo 7 zeigt Innere Größe
Auch im Inneren setzt sich der Größeneindruck fort: Vorne wie hinten sitzt man mit ausreichend Raum um sich herum. Die Mittelkonsole bietet Ablageflächen für zwei Handys, eine davon lädt induktiv und pustet kühle Luft zum gestressten Smartphone-Akku. In einem großen Fach unter der Konsole lässt sich jede Menge Kleinkram wie Geldbeutel, Taschentücher und so weiter verstauen – ebenfalls gekühlt.
Die zweite Reihe lässt sich um einige Zentimeter verschieben – schön, dass Jaecoo auf Variabilität setzt. Die Sitze lassen sich 60:40 umklappen und machen damit Platz für grobes Gepäck. Das Kofferabteil punktet, wichtig für diejenigen, die das Fahrzeug gewerblich nutzen, mit vier Verzurrösen (das hat nicht einmal ein chinesisch-japanischer Mazda 6e) sowie ausklappbaren Taschenhaken und Platz fürs Ladekabel unterm Laderaumboden.
Das Kofferraumvolumen bietet allerdings in Normalstellung nur schmale 324 Liter, sofern die Rückbank nach hinten geschoben ist. Ebenso überschaubare 1.265 Liter sind maximal möglich. Die Heckklappe schwingt Asia-typisch nur bis zu einer Höhe von 1,80 Metern (lässt sich im Display konfigurieren) nach oben.
Für Handwerk, Außendienst oder kleine Flotten ebenfalls hin und wieder relevant: 1.500 Kilogramm Anhängelast. Bei der Zuladung sind es etwa 450 Kilogramm – alles Segment-Durchschnitt.
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Jaecoo 7: Nicht der Schnellste
Immer mehr Plug-in-Hybride können auch schnelle(re)s DC-Laden. 40 kW lautet der Maximalwert im Jaecoo. Die Batteriekapazität beträgt 18,4 kWh. In einer guten halben Stunde ist der Akku auch bei winterlichen Temperaturen also wieder voll. Lästig dagegen ist die AC-Ladeleistung: 6,6 kW sind mit passender AC-Säule machbar. Damit muss man aufpassen, nicht in die Blockiergebühr zu rasseln. Zumal 6,6 kW in der Praxis eben oft nicht erreicht werden.
Ein echter Praxisbonus, gerade im Arbeitsalltag oder bei mobilen Einsätzen: Der Jaecoo 7 unterstützt V2L (Vehicle-to-Load) mit bis zu 3,3 kW externer Stromabgabe. Also Stromversorgung direkt aus dem Fahrzeug für Werkzeug, E-Bikes oder Technik.
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Hochwertiger Innenraum
Eher ein Malus im Jaecoo 7 ist die zu erlernende Bedienphilosophie des Infotainmentsystems: Nach der Einstellung für die Außenspiegel musste lange geforscht werden, nur umständlich sind diese im Display über ein verstecktes Menü zu justieren.
Die üblichen Sicherheitsnervensägen wie Spurverlassungs- und Tempolimitwarner sind nur umständlich zu deaktivieren; immerhin sind sie akustisch dezent. Über die vier vorhandenen Fensterheber mit vier physischen Tasten freut man sich mittlerweile schon. Und auch darüber, dass das Glas über dem Haupt nicht nur Licht, sondern bei Bedarf auch Luft ins Auto lässt. Ein weiteres Plus: Zwei herkömmliche Schieberegler erleichtern das Öffnen und Schließen.
Ansonsten lässt sich der fast 15 Zoll große, hochkant stehende Touchscreen problemlos auch während der Fahrt bedienen. Überzeugend wirkt das grafisch messerscharfe Head-up-Display, das der Topversion Exclusive vorbehalten ist. Ohnehin dürfen Gestaltung, Haptik sowie Verarbeitung und Struktur des Innenraums als gelungen bezeichnet werden: Im Interieur stößt kein Detail sauer auf, die (oft weichen) Materialien fassen sich angenehm an und sind sauber verarbeitet. In diesem Auto sitzt man gern einige Stunden. Als funktional (und platzsparend) stellte sich der hinter dem Lenkrad angebrachte Wählstockhebel für die Eingang-Automatik heraus.