Werkstattkosten bei E-Autos: ZDK für differenzierte Betrachtung

26.01.2026 15:34 Uhr | Lesezeit: 3 min
Berner Werkstattwagen
ZDK stellt klar: Die Werkstattkosten von E-Autos und Verbrennern vergleichbar
© Foto: Berner

Sind Elektroautos in der Werkstatt grundsätzlich teurer als Verbrenner? Der ZDK widerspricht diesem verbreiteten Eindruck und verweist auf geringere Wartungsumfänge, veränderte Kostenstrukturen und hohe Investitionen in die Hochvolttechnik.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) weist Berichte über pauschal höhere Werkstattkosten bei Elektrofahrzeugen zurück. Aussagen, wonach E-Autos grundsätzlich teurer gewartet oder repariert würden als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, vermittelten ein verzerrtes Bild der Realität im Kfz-Gewerbe, hieß es am Montag aus dem Verband. 

"Gesamtkosten oft günstiger" 

"Zusätzliche Investitionen in die Elektromobilität rechtfertigen einen anderen, angemessenen Stundenverrechnungssatz als bei klassischen Verbrennerfahrzeugen“, erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. "Der tatsächliche Wartungsaufwand ist insgesamt jedoch geringer als beim Verbrenner, sodass die Gesamtkosten für Kundinnen und Kunden oft günstiger sind." 

Tatsächlich unterscheidet sich die Kostenstruktur von Elektrofahrzeugen deutlich von der klassischer Antriebe. Während der Wartungsbedarf durch weniger mechanische Verschleißteile sinkt, steigen die Anforderungen an Technik, Sicherheit und Qualifikation in den Werkstätten. Insbesondere bei Schadensreparaturen kann sich das auf die Rechnung auswirken, da E-Fahrzeuge mehr elektrische und komplexere Komponenten aufweisen.

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Stundensatz ist nicht gleich Stundenlohn

Der ZDK betonte, dass der Stundenverrechnungssatz einer Werkstatt nicht mit dem Lohn eines Mechanikers gleichzusetzen ist. Er bilde eine Vielzahl von Kostenfaktoren ab – von Personalkosten und Arbeitssicherheit über Spezialwerkzeuge und Werkstattausrüstung bis hin zu Haftungsrisiken und Gewährleistungsaufwendungen.


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Gerade bei Elektrofahrzeugen seien diese betrieblichen Kosten deutlich gestiegen. Hochvolttechnik erfordere spezielle Schulungen, Zertifizierungen und Sicherheitskonzepte. Vor allem fabrikatsgebundene Betriebe hätten in den vergangenen Jahren erheblich in ihre Ausstattung investiert, um die Herstellervorgaben erfüllen zu können.

Schulungen und Spezialwerkzeuge für Markenbetriebe

"Stundenverrechnungssätze sind kein Instrument der Gewinnmaximierung, sondern dienen der Deckung real entstehender Kosten", unterstrich Peckruhn. Autorisierte Betriebe seien verpflichtet, regelmäßig Schulungen zu absolvieren, Spezialwerkzeuge vorzuhalten und umfangreiche Sicherheitsauflagen einzuhalten – Voraussetzungen, die wirtschaftlich abgebildet werden müssten. 

Über die durchschnittliche Haltedauer hinweg seien die Reparatur- und Wartungskosten von Elektrofahrzeugen und Verbrennern bei den meisten Marken und Modellen vergleichbar, so Peckruhn weiter. "Klar ist: Verbrenner verursachen meist höhere Wartungsumfänge. Da mehr Teile verbaut werden, fallen die Stundenverrechnungssätze niedriger aus. Bei Elektrofahrzeugen ist der Wartungsaufwand geringer, die höheren Investitionskosten erfordern einen angepassten Stundenverrechnungssatz."


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