asp: Die Messe ist ausgebucht und auch die internationalen Formate entwickeln sich erfolgreich. War das angesichts der politischen Entwicklungen der vergangenen Monate erwartbar?
O. Mußhoff: In Frankfurt schlagen sich die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen bislang nicht spürbar nieder. Möglicherweise wird sich das noch bei den Besuchern zeigen, weil viele ihre Reiseentscheidung relativ kurzfristig treffen. Was wir derzeit nicht abschätzen können, ist die weitere Entwicklung der Konflikte im Nahen Osten und mögliche Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Für die Messe selbst sehen wir bislang jedoch keine negativen Effekte.
asp: Die Investitionsbereitschaft vieler Werkstätten ist gering. Spiegelt sich das bei den Werkstattausrüstern wider?
O. Mußhoff: Bei der Messe sehen wir keine negativen Auswirkungen. Die Hallen 8 und 9, traditionell die Heimat der Werkstattausrüster, sind sehr gut gebucht. Es gibt keine nennenswerten Ausstellerverluste. Vereinzelt werden Standflächen angepasst, aber nichts deutet auf eine strukturelle Schwäche der Branche hin.
asp: Durch Marktkonsolidierung gibt es weniger produzierende Unternehmen für Werkstattausrüstung. Merken Sie das?
O. Mußhoff: Das merken wir natürlich auch. Wenn zwei Unternehmen zusammengehen, entsteht auf der Messe nicht automatisch die Summe beider bisherigen Standflächen. Intern sagen wir gerne: Im Geschäft ist eins plus eins gleich zwei, auf der Messe ist eins plus eins oft eher eineinhalb. Das sieht man auch in der Hallenplanung über die vergangenen Veranstaltungen hinweg. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Flächen in den Hallen 8 und 9 weiterhin so hoch, dass wir praktisch keine Leerstände haben.
asp: Gibt es Verschiebungen bei den Themenbereichen der Messe?
O. Mußhoff: Werkstattausrüstung bleibt zusammen mit Ersatzteilen eines der beiden großen Kernthemen der Automechanika. Dazu zählen bei uns die Bereiche Diagnose und Wartung ebenso wie Karosserie und Lack. Diese Themen sind unverändert stark vertreten und haben eine große Bedeutung für die Veranstaltung. Gleichzeitig gehen wir auf neue Themen ein wie Software Defined Vehicles, Elektromobilität oder neue Mobilitätskonzepte. Derzeit sind diese Themen vor allem Teil unseres Rahmenprogramms. In der Festhalle haben wir dafür den Bereich "HighTech4Mobility" geschaffen. Unser Ansatz ist, neue Themen zunächst sichtbar zu machen und inhaltlich zu etablieren. Langfristig können daraus eigenständige Ausstellungsbereiche entstehen.
asp: Wo sehen Sie neue Wachstumsfelder?
O. Mußhoff: Besonders spannend entwickelt sich das Thema Detailing, also professionelle Fahrzeugpflege und Aufbereitung. In diesem Bereich sind wir inzwischen die größte Fachmesse Europas. Im Rahmen der gesamten Automechanika wirkt dieser Bereich zwar noch vergleichsweise klein, er ist jedoch in den vergangenen Veranstaltungen stark gewachsen. Gemeinsam mit den relevanten Verbänden konnten wir hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal entwickeln.