Ein ausverkauftes Haus konnte Messechef Olaf Mußhoff bereits Monate vor Eröffnung in Frankfurt verkünden. "Wir sind mit 4.500 Ausstellern aus 80 Ländern komplett ausgebucht", sagte der Direktor der Automechanika Frankfurt im Juli. Detlef Braun, Geschäftsführer Messe Frankfurt, ergänzte: "Die Erfolgsgeschichte der Automechanika Frankfurt geht weiter: Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen können wir ein Ausstellerplus von rund fünf Prozent verzeichnen."
Kooperation mit VDIK
Die Automechanika bilde weiterhin das gesamte Spektrum des Aftermarkets ab, "auch wenn sie in den letzten Jahren mehr und mehr in der Wahrnehmung zur reinen IAM-Messe geworden ist", gab Mußhoff zu. "Das liegt daran, dass die Automobilhersteller keine Flagge mehr in Frankfurt gezeigt haben." Um die Präsenz der Hersteller wieder zu stärken, haben der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und die Messe in 2025 eine Kooperation vereinbart. Ziel ist es, die Verbindung zwischen Aftersales und internationalen OEMs wieder enger zu gestalten. Mußhoff dämpft jedoch die Erwartungen an eine schnelle Wirkung.
Tatsächlich sind mit BMW und Stellantis gerade einmal zwei Automobilhersteller in Frankfurt mit eigenen Auftritten vertreten. Im Fokus stehen dabei vor allem Leistungen des markengebundenen Service für Geschäftskunden. Stellantis kündigt zudem an, sein Reparaturnetzwerk Eurorepar Car Service sowie die Teilemarke Eurorepar zu präsentieren. Im Rahmen der Kooperation zwischen Automechanika und VDIK wird am 8. September erstmals der "Automotive Aftersales Award" in der Frankfurter Festhalle verliehen. Ausgezeichnet werden Leistungen im markengebundenen Service in sechs Kategorien. Insgesamt beteiligen sich 29 nationale und internationale Marken. Die Gewinner werden in einem dreistufigen Auswahlverfahren ermittelt: durch eine Leserwahl der "Autobild", den Händlerzufriedenheitsmonitor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) sowie eine Fachjury. Darüber hinaus sind mehrere Fachforen geplant.
Automechanika Innovation Awards 2026
Ein weiteres Highlight sind die Automechanika Innovation Awards, die ebenfalls am 8. September im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in zehn Kategorien vergeben werden. Mußhoff erklärt: "Wir freuen uns mit 18 Einreichungen über eine Rekordbeteiligung an Bewerbungen." Dies unterstreiche den Anspruch der Messe als Innovationsplattform. Die Messe soll in diesem Jahr abseits der reinen Fachthemen auch deutlich emotionaler werden und den Besuchern noch mehr unvergessliche Eindrücke vermitteln. Rennsportfeeling auf dem Freigelände und Truck-Action mit Monstertrucks sollen die Besucher begeistern. Mehrere Sponsoren unterstützten die neu ins Leben gerufene Automechanika Pitlane.
"Dort verbinden wir Emotionen mit Technologie und auch wenn wir keine Rennen fahren dürfen – es wird sicher laut werden. Zusätzlich ist im Experience Park ein Offroad Monstertruck Parcours geplant." Die Besucher erwartet viel Live-Action mit Szenergrößen, Motorensounds, spannenden Challenges und exklusiven Insights sowie einer rund 200 Meter langen Boxengasse. "Das Forum ,HighTech4Mobility' in der Festhalle ist ein komplett neues Format", sagt Mußhoff. "Dort geht es unter anderem um Software Defined Vehicles, also neue Fahrzeuggenerationen, deren Funktionen maßgeblich durch die digitale Technik im Computer gesteuert werden, autonomes Fahren und digitale Services." Hier werde unter anderem die Frage gestellt, wie die Reparaturbranche mit der neuen Technologie umgeht und wie der Freie Markt an entsprechenden Daten kommt.
Detailing als Wachstumsfeld
Unterhaltsam dürfte es auch beim Polieren zugehen: Am Samstag, 12. September, feiert die Deutsche Poliermeisterschaft ihr zehnjähriges Jubiläum auf der Messe in Halle 12. Unter der Schirmherrschaft des Bundesverbands Fahrzeugaufbereitung & Detailing e. V. (BFA) treten 32 Detailer und Fahrzeugaufbereiter gegeneinander an. Detailing ist ein stark wachsender Messbereich. Das Beste zum Schluss: Der globale Automotive Aftermarket bleibt auf Wachstumskurs. Frost & Sullivan schätzt, dass die Branche 2026 weltweit voraussichtlich um 5,8 Prozent zulegt. Treiber sind die steigende Lebensdauer von Fahrzeugen und die wachsende Bedeutung des freien Ersatzteilmarkts.