Die Automechanika Frankfurt hat ihre Position als weltweit wichtigste Plattform des Automotive Aftermarkets gestärkt. Zur Ausgabe 2026 (8. bis 12. September) kamen mehr als 112.000 Fachbesucher aus 173 Ländern auf das Frankfurter Messegelände. Das ist der stärkste Wert seit dem coronabedingten Neustart 2022. Gegenüber 2024 legte die Veranstaltung um rund 4.000 Besucher zu.
Auch auf Ausstellerseite setzte die B2B-Messe laut den Verantwortlichen Maßstäbe: 4.400 Unternehmen aus 80 Ländern präsentierten Produkte, Dienstleistungen und Technologien für Werkstätten, Handel und Industrie.
Internationale Reichweite nimmt weiter zu
Die hohe Internationalität blieb eines der prägenden Merkmale der Veranstaltung. Rund 70 Prozent der Besucher reisten aus dem Ausland an, nur knapp ein Drittel kam aus Deutschland. Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH, zog ein positives Fazit und sprach von "fünf intensiven Messetagen und einer äußert positiven Grundstimmung".
Die hohe Akzeptanz der Veranstaltung spiegelt sich auch in den Zufriedenheitswerten wider. 96 Prozent der Besucher bewerteten ihren Messebesuch positiv, vier Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor. Zudem würden 89 Prozent die Veranstaltung weiterempfehlen.
KI und Softwareautos im Mittelpunkt
Inhaltlich standen die tiefgreifenden Veränderungen der Automobilbranche im Fokus. Künstliche Intelligenz, softwaredefinierte Fahrzeuge, vernetzte Systeme, Fahrerassistenzlösungen und alternative Antriebe bestimmten zahlreiche Vorträge, Diskussionen und Produktpräsentationen. Dabei rückte vor allem die Frage in den Vordergrund, welche Auswirkungen diese Technologien künftig auf Wartung, Reparatur und den gesamten Fahrzeuglebenszyklus haben werden.
Automechanika 2026: So spannend war die Werktstattmesse
Mit "HighTech4Mobility" führte die Messe erstmals einen eigenen Ausstellungs- und Networking-Bereich für digitale Fahrzeugtechnologien ein. Dort diskutierten Softwareunternehmen, Start-ups sowie Vertreter aus Werkstatt, Handel und Industrie über Fahrzeugdaten, KI-Anwendungen, Cybersicherheit und neue Geschäftsmodelle. Das Format sollte gezielt Akteure zusammenbringen, die an der Schnittstelle zwischen Fahrzeugtechnik und Software arbeiten.
Erlebnischarakter gewinnt an Bedeutung
Auch abseits der Hallen setzte die Automechanika auf neue Besuchererlebnisse. Der erstmals veranstaltete Experience Park präsentierte Offroad-Fahrzeuge, Mitmachaktionen und einen Überschlagsimulator. Braun sagte: "500 Veranstaltungen und zahlreiche Attraktionen im Freigelände (…) sorgten für mitreißende Live-Erlebnisse."
Für Motorsportfans wurde die neue "Automechanika Pit Lane" zum Publikumsmagneten. Auf einer 200 Meter langen Boxengasse konnten Besucher Rennfahrzeuge aus nächster Nähe erleben, Mechanikern bei der Arbeit zusehen und Demonstrationsfahrten verfolgen. Direkt angrenzend zeigte der "Future Mobility Park" zahlreiche Mobilitätskonzepte der Zukunft. Hochschulen präsentierten dort selbst entwickelte Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien.
Oldtimer erhalten eigene Bühne
Erstmals bündelte die Messe ihre Aktivitäten rund um historische Fahrzeuge unter dem Dach der "Classic Alliance". Gemeinsam mit Partnern wie FIVA, Bosch, DAT, Eucon und ROWE entstand ein eigener Treffpunkt für Old- und Youngtimer-Spezialisten. Live-Restaurierungen, Fachvorträge und die Verleihung des "Goldenen Klassikers" machten das neue Areal zu einem Anziehungspunkt für Werkstätten, Restauratoren und Sammler.
Auch das Karriereformat AMBITION konnte seine Bedeutung ausbauen. Nach dem Start im Jahr 2024 präsentierte sich die Initiative den Organisatoren zufolge deutlich größer und sichtbarer. Mehr als 4.600 Schüler, Auszubildende und Studenten nutzten die Plattform, um sich über Ausbildungswege und Berufsperspektiven in der Automobilbranche zu informieren. Workshops, Vorträge und Masterclasses vermittelten praxisnahe Einblicke in neue Technologien und Berufsbilder.
Aussteller wollen zurückkehren
Ein starkes Signal für die Veranstalter kommt von den Unternehmen selbst. Neun von zehn Ausstellern planen bereits ihre Rückkehr zur nächsten Automechanika. Unter den deutschen Teilnehmern liegt dieser Wert sogar bei 93 Prozent.
Die nächste Automechanika Frankfurt findet vom 5. bis 9. September 2028 statt.