Entlastung teilweise verpufft: Sprit teurer als zu Beginn des Tankrabatts

05.10.2026 14:13 Uhr | Lesezeit: 3 min
Beim ADAC weht bald ein anderer Wind.
Der ADAC kritisiert: "Die Energiesteuersenkung hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt, die Entlastung schmilzt jedoch bereits wieder zusammen."
©Foto: ADAC

Nach einem kräftigen Rückgang zu Beginn haben sich die Preise an den Zapfsäulen inzwischen auf etwas höherem Niveau eingependelt. Die Entlastung schmelze dahin, kritisiert der ADAC.

Einige Tage nach dem Start des Tankrabatts haben sich die Spritpreise ein Stück über dem Startniveau eingependelt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Super E10 laut ADAC 2,137 Euro. Das waren 2,3 Cent mehr als am Donnerstag. Bei Diesel waren es 2,253 Euro pro Liter, also 0,9 Cent mehr.

"Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden", heißt es vom Verkehrsclub. "Die Energiesteuersenkung hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt, die Entlastung schmilzt jedoch bereits wieder zusammen."

Für die Entwicklung bei Super E10 gebe es derzeit keine offensichtliche Erklärung, da sich Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs nur wenig verändert hätten. "Aus Verbrauchersicht ist dieser erneute Preisanstieg deshalb nur schwer nachvollziehbar."

Seltener unter 2 Euro

Dass die Preise im Vergleich zum Donnerstag angezogen haben, war auch beim üblichen Tagestief direkt vor dem Mittagssprung zu sehen. Hatte es einige Stunden nach dem Start des Steuernachlasses noch an vielen Tankstellen vorübergehend E10 für weniger als zwei Euro gegeben, suchte man am Montagvormittag vielerorts vergeblich danach.

Für Berlin, Hamburg oder Stuttgart zeigte die App des ADAC kurz vor dem Mittag keine entsprechenden Angebote an. In Leipzig oder Köln fanden sich vereinzelt Preise unter zwei Euro. In München, das zuletzt oft besonders günstig war, bot zumindest mehr als jede dritte Tankstelle E10 zumindest kurzfristig für weniger als zwei Euro an. Am Donnerstag war dies dort aber noch bei mehr als jeder zweiten der Fall gewesen.

Daten des Spritpreisportals Tankerkönig zeigen, dass insbesondere der Donnerstagvormittag auch im bundesweiten Durchschnitt deutlich günstiger war als die darauffolgenden Vormittage.

Weitergabe schwierig zu beurteilen

Wie gut die Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter weitergegeben wird, ist schwierig zu beurteilen. Das hat mehrere Gründe. Unter anderem schwanken die Spritpreise durch verschiedene Einflussfaktoren. Zudem hatten sie schon in den Tagen vor dem Start des Rabatts nachgegeben.

Je nachdem, ob man die Sonntagspreise mit den Tagesdurchschnittswerten vom 30., 29. oder 28. September vergleicht, liegen sie bei E10 beispielsweise um 10,5 bis 13,9 Cent niedriger. Bei Diesel beträgt das Minus 13,7 bis 17,2 Cent.

Schon bei früheren Tankrabatten hatte es diese Diskussion gegeben. Der Branchenverband en2x hatte damals und auch jetzt im Vorfeld stets betont, dass der Nachlass komplett weitergegeben werde. Verbraucherschützer und Wirtschaftsforscher waren hingegen zu gegenteiligen Ergebnissen gekommen.


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