ADAC-Auswertung: Spritpreise sinken – besonders bei Diesel

16.04.2026 10:53 Uhr | Lesezeit: 3 min
Eine Frau hält an einer Tankstelle eine Zapfpistole in der Hand und betankt ein Auto.
Der ADAC sieht angesichts von Dollarkurs und Ölpreis noch Spielraum für weiter sinkende Preise an den Zapfsäulen.
© Foto: Sven Hoppe/dpa

An den Tankstellen wird es günstiger: Der Rückgang seit den Hochs um Ostern nimmt Fahrt auf – und der ADAC sieht Raum für mehr. Im Vergleich zu europäischen Nachbarn haben sich die Preise normalisiert.

Der Rückgang der Spritpreise nimmt wieder Fahrt auf. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs verbilligte sich Diesel um 4,9 Cent auf 2,237 Euro pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Der Preis für Super E10 gab um 1,8 Cent auf 2,089 Euro nach. 

Im Vergleich zum Allzeithoch am Dienstag nach Ostern hat sich Diesel damit bereits um 21 Cent pro Liter verbilligt. Bei E10 ging es seit dem Jahreshoch am Ostermontag um gut 10 Cent nach unten. Beide Kraftstoffsorten sind aber noch immer sehr viel teurer als vor Kriegsbeginn. Bei Diesel sind es 49 Cent, bei E10 31 Cent pro Liter.

Der ADAC sieht angesichts von Dollarkurs und Ölpreis noch Spielraum für weiter sinkende Preise an den Zapfsäulen. Einiges spreche dafür, dass das auch passiere. Auch die Preise am Mittag deuten in diese Richtung. Der Sprung zur einzigen erlaubten Preiserhöhung am Tag fiel mit gut zehn Cent bei E10 beziehungsweise gut elf Cent bei Diesel zwar vergleichsweise hoch aus – sowohl davor als auch danach waren beide Kraftstoffe aber klar billiger als am Vortag zur selben Zeit.

Normalisierung im europäischen Vergleich 

Inzwischen hat sich auch die Entwicklung der deutschen Spritpreise im Vergleich zu den EU-Nachbarn normalisiert. Das geht aus aktuell veröffentlichten Zahlen der EU-Kommission mit Stand Montag hervor. Die einmal wöchentlich erhobenen Daten hatten zuletzt – in der Anfangsphase der 12-Uhr-Regel – in Deutschland einen besonders starken Anstieg bei Superbenzin gezeigt. Inzwischen liegt Deutschland hier wieder relativ im Mittelfeld, wenn man Länder mit besonderen aktuellen Gegenmaßnahmen ausnimmt. 

"Spiegel": Tankrabatt hilft Gutverdienern besonders 

Der in Deutschland geplante Tankrabatt in Form einer vorübergehenden Steuersenkung von rund 17 Cent pro Liter wird nach Berechnung der RWTH Aachen, über die der "Spiegel" berichtet, vor allem einkommensstarken Haushalten zugutekommen. Hintergrund ist, dass einkommensstarke Haushalte im Schnitt deutlich mehr Sprit verbrauchen. 

Den Berechnungen zufolge sparen die einkommensschwächsten zehn Prozent durch den Tankrabatt insgesamt im Schnitt nur 6,48 Euro, weil sie weniger fahren und seltener ein eigenes Auto haben. Die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte sparen dagegen 21,64 Euro. Bei Haushalten aus etwas weniger reichen, aber immer noch wohlhabenden Schichten ergeben sich sogar Durchschnittswerte bis 31 Euro. "Es ist keine zielgerichtete Maßnahme" zitiert der "Spiegel" den RWTH-Ökonomen Aaron Praktiknjo. "Auch ich zahle jetzt mehr fürs Tanken, aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich jetzt diesen Tankrabatt nicht dringend nötig."


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