Edles Blech in Form eines Maybachs transportiert keine Menschen, sondern bewegt gesellschaftlichen Status. Ganz besonders der Maybach GLS. Seit seiner Premiere 2019 hatte das Oberhaupt aller Mercedes-SUVs nie einen anderen Auftrag. Wer in Shanghai, Dubai, Miami oder Monaco etwas auf sich hält, ist längst in einen Hochsitz wie den Maybach GLS aufgestiegen. Möglichst groß, möglichst exklusiv und möglichst weit entfernt von falsch verstandenem Understatement.
Mit einem umfangreichen Facelift will Mercedes genau diesen Anspruch nun weiter ausbauen. Die Modellpflege fällt üppiger aus, als es der erste Blick vermuten lässt. Während die Grundform des über fünf Meter langen Flaggfrachters unverändert bleibt, haben die Entwickler nach eigenen Angaben nahezu alle Bereiche des Fahrzeugs verfeinert. Das Update soll 40 Prozent aller Teile betreffen. Änderungen an Design, Komfort, Digitalisierung, Akustik und Antrieb sollen den GLS demnach noch stärker als eigenständigen Maybach positionieren.
Mercedes-Maybach GLS (2027)
Bereits die Front macht deutlich, dass Bescheidenheit nie im Lastenheft stand. Wie die Maybach-S-Klasse erhält auch der neu gestaltete Kühlergrill des GLS eine beleuchtete Kontur und trägt erstmals einen dezent illuminierten Maybach-Schriftzug. In einigen Märkten darf künftig sogar der klassische Mercedes-Stern auf der Motorhaube leuchten. Ein Statement, das zusammen mit roségoldenen Akzenten in den neuen Digital-Light-Scheinwerfern vor dem Ritz in Paris ebenso funktionieren dürfte wie beim White Turf auf dem zugefrorenen St. Moritzsee.
Auch am Heck wurde nachgeschärft. Neue Rückleuchten mit dreidimensionalen Sternmotiven und eine neugestaltete Heckpartie lassen den GLS breiter und noch extrovertierter wirken. Ergänzt wird der Auftritt durch neue Lackierungen wie Dark Petrol oder exklusive Zweifarbenkombinationen. Individualisierung gehört inzwischen zu den wichtigsten Luxusgütern überhaupt und erhöht auch bei Maybach zuverlässig den Deckungsbeitrag. Sehr beliebt sind unter anderem die Ramboards für den bequemeren Einstieg - elektrische Trittbretter, die in unter einer Sekunde ausfahren, begleitet von einem LED-Lichtband, zusätzlich wird das Maybach-Logo auf den Boden projiziert.
Mercedes-Maybach GLS: Nichts, was es nicht gibt
Im Manufaktur-Programm gibt es nichts, was es nicht gibt. Kein Maybach-Kunde bestellt sein Fahrzeug von der Stange, jeder Maybach ist also quasi ein Einzelstück. Entsprechend wächst das Angebot an exklusiven Farben, Lederkombinationen und handwerklichen Details weiter. Besonders stolz ist Mercedes unter anderem auf die aufwendigen Dachhimmel, die in Sindelfingen von jeweils einer einzigen Fachkraft komplett von Hand gefertigt werden. Bis zu 20 einzelne Ledersegmente werden dabei zu einem nahtlosen Kunstwerk zusammengesetzt.
Ein weiteres Beispiel für die Detailversessenheit liefern die neuen 23-Zoll-Schmiederäder. Ihr zentraler Mercedes-Stern bleibt selbst während der Fahrt permanent aufrecht stehen. Möglich macht das ein Kugellagermechanismus, der den Stern ähnlich wie eine Kompassnadel stets in Position hält. Das hat zwar null praktischen Nutzen, aber maximalen Symbolwert.
Mercedes-Maybach GLS: Innenraum als Rückzugsort
Im Innenraum verfolgt Mercedes-Maybach konsequent das Ziel, den GLS als privaten Rückzugsort zu inszenieren. Neue Lederfarben, offenporiges Walnussholz im Fischgrätmuster und exklusive Metall-Mischgewebe sollen die Atmosphäre weiter veredeln. Das Cockpit wird dabei vom neuen MBUX-Superscreen dominiert. Drei Bildschirme verschmelzen unter einer gemeinsamen Glasfläche zu einer digitalen Landschaft, die speziell für Maybach mit roségoldenen Grafiken und eigenen Darstellungen gestaltet wurde.
Passend dazu hält die neue Generation der Mercedes-Softwarearchitektur MB.OS Einzug. Das Betriebssystem bildet künftig das digitale Rückgrat des Fahrzeugs und ermöglicht regelmäßige Updates over the air. Ein neuer virtueller Butler nutzt Technologien von Microsoft, Google und OpenAI und soll deutlich natürlichere Dialoge ermöglichen als bisherige Sprachassistenten.
Mercedes-Benz CLA 350 4Matic (Electric | 85 kWh)
Im Fond zeigt sich besonders, wohin die Luxus-Reise geht. Die beiden Executive-Sitze verfügen künftig auch über eine Wadenmassage. Zwischen den Sitzen befindet sich weiterhin das Kühlfach für zwei Champagnerflaschen. Die passende Atmosphäre liefert ein nochmals verbessertes Burmester-3D-Soundsystem mit 17 Lautsprechern und Dolby Atmos. Überhaupt wird das Thema Wohlbefinden konsequent ausgebaut. Ein neuer Innenraumluftfilter erneuert die Luft etwa alle 90 Sekunden und filtert selbst kleinste Partikel heraus. Zusätzliche Dämmmaterialien reduzieren Wind-, Motor- und Abrollgeräusche weiter. Das Ziel ist klar definiert: maximale Ruhe.
Auch die Fahrassistenzsysteme werden leistungsfähiger. Ein wassergekühlter Hochleistungsrechner verarbeitet ab sofort die Daten zahlreicher Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren. Perspektivisch ermöglicht dies sogar ein assistiertes Fahren im dichten Stadtverkehr.