Modena sollte er anfangs heißen, dieser stromlinienförmige Viertürer aus Rüsselsheim, mit dem Opel vor 40 Jahren in eine neue Ära aufbrach. Am Ende entschied sich Opel jedoch für „Omega“, den letzten Buchstaben des griechischen Alphabets – ein passender Name für den letzten großen Opel mit Hinterradantrieb.
Im Sommer 1986 machte der Omega Schlagzeilen, weil er eine Institution ablöste: den seit 33 Jahren gebauten Rekord. Der Rekord gehörte zu gutbürgerlichen Haushalten wie Salzletten auf teakfurnierten Wohnzimmertischen, meinten Medien und staunten über den futuristischen Auftritt des neuen Omega.
Der Bestseller hatte in den Wirtschaftswunderjahren gleich hinter dem VW Käfer zu den liebsten Autos der Deutschen gehört. Entsprechend groß war das Staunen über den futuristischen Nachfolger. Seine tropfenförmige Gestaltung sorgte für einen damals sensationellen cW-Wert von 0,28. Hightech und Leichtbau drückten das Leergewicht auf rund 1,3 Tonnen – heute ein Wert für Kleinwagen.
Opel Omega A
Der Omega verkörperte den Technikoptimismus der 1980er-Jahre. Neben seiner hervorragenden Aerodynamik bot er ein neu entwickeltes Fahrwerk mit hinterer Schräglenkerachse und fortschrittliche Bordelektronik. Das weitgehend am Computer entwickelte Auto konnte auf dem Opel-Testgelände in Dudenhofen selbst süddeutschen Premiumkonkurrenten Paroli bieten. Auch Prominente wie Steffi Graf oder Lothar Matthäus zeigten sich gerne mit ihm. Produziert wurde der Omega in einem modernisierten Werk mit 239 Robotern und 50 computergesteuerten Schweißpressen.
Starker Sechszylinder Opel Omega 3000
Zum Marktstart gab es den Omega bereits mit schadstoffarmem Katalysator. Für mehr Prestige sorgte ab 1987 der bis zu 222 km/h schnelle Sechszylinder Omega 3000, der mit sportlicher Optik BMW und Mercedes herausfordern sollte. Die großen Stückzahlen lieferten jedoch neu entwickelte Vierzylinder mit 1,8 und 2,0 Litern Hubraum.
Auch dank des Omega verkaufte Opel 1987 in Deutschland mehr als 454.000 Autos und erreichte 15,6 Prozent Marktanteil. Das entspricht heute ungefähr dem gemeinsamen Anteil von Opel, Ford und BMW.
Den Höhepunkt markierte der Lotus Omega. Die 277 kW/377 PS starke Limousine erreichte 283 km/h, war schneller als viele Ferrari- und Porsche-Modelle und günstiger als ein Mercedes 500 E. Geplant waren 1.100 Exemplare, gebaut wurden nur 907. Das genügte, um den Lotus Omega zu einem der spektakulärsten Viertürer der frühen 1990er-Jahre zu machen.
Auch beim normalen Omega hatten die Planer zu optimistisch kalkuliert. Als die Produktion des Omega A im August 1993 nach fast einer Million Exemplaren endete, reichten die Lagerbestände bis 1994. Erst dann folgte der Omega B.