Hohe Spritpreise sorgen für Druck: Kfz-Gewerbe verlangt Entlastung

17.07.2026 11:41 Uhr | Lesezeit: 3 min
Kraftstoffpreise_in_89084290_Frank_Hammerschmidt
Der ZDK fordert angesichts steigender Kraftstoffpreise eine Entlastung von Autofahrern und Betrieben. Nach Ansicht des Verbands ist die Lenkungswirkung der CO2-Bepreisung durch die aktuelle Marktentwicklung bereits erreicht.
© Foto: dpa/Frank Hammerschmidt

Angesichts des jüngsten Preisschubs an den Tankstellen fordert der ZDK die Bundesregierung auf, Verbraucher jetzt spürbar zu entlasten und auf eine weitere Erhöhung des nationalen CO2-Preises zu verzichten

Die erneut gestiegenen Preise für Benzin und Diesel sorgen im Kfz-Gewerbe für Kritik an der aktuellen CO2-Bepreisung. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert die Bundesregierung auf, den nationalen CO2-Preis vorerst nicht weiter anzuheben. Hintergrund sind die gestiegenen Ölpreise, die Reisezeit zum Ferienbeginn und die daraus resultierenden Mehrkosten an den Tankstellen.

Zusätzliche Belastung von bis zu 19 Cent je Liter

Nach Ansicht des ZDK ist die mit der CO2-Bepreisung angestrebte Lenkungswirkung derzeit bereits durch die Marktpreisentwicklung erreicht. Daher sei ein zusätzlicher staatlicher Preisaufschlag nicht notwendig. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn erklärte: "Wenn die Preise ohnehin nach oben schießen, ist die gewünschte Lenkungswirkung bereits erreicht. Dann braucht es keinen zusätzlichen staatlich verursachten Preisaufschlag auf Kraftstoffe."

Der nationale CO2-Preis verteuert Kraftstoffe nach Angaben des Verbands aktuell um rund 16 bis 19 Cent pro Liter inklusive Mehrwertsteuer. Besonders betroffen seien Pendler, Familien und gewerbliche Nutzer. Der ZDK argumentiert, dass geopolitische Entwicklungen und saisonale Faktoren die Kraftstoffpreise bereits ausreichend steigen ließen und zusätzliche Belastungen die Situation weiter verschärften.

Anpassung des CO2-Preises gefordert

Konkret spricht sich der Verband dafür aus, den CO2-Preis im nationalen Emissionshandel auf das untere Ende des für 2026 vorgesehenen Preisrahmens von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 zu senken. Mindestens solle innerhalb dieses Korridors auf weitere Erhöhungen verzichtet werden. Damit könnten die Auswirkungen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes für Verbraucher und Unternehmen abgeschwächt werden.

Zur Finanzierung einer Entlastung verweist der ZDK auf den Klima- und Transformationsfonds (KTF), in den die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung fließen. Der Verband begrüßt zwar die Finanzierung von Fördermaßnahmen wie der E-Auto-Förderung, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur und Forschungsprojekten. Gleichzeitig kritisiert er, dass nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Einnahmen aus dem Verkehrssektor direkt wieder in Maßnahmen für den Straßenverkehr zurückfließe.

Steigende Preise belasten Kaufkraft

Für den Automobilhandel und das Kfz-Gewerbe bleibt die Entwicklung der Kraftstoffpreise ein wichtiges Thema. Steigende Mobilitätskosten könnten die Kaufkraft vieler Verbraucher zusätzlich belasten und damit auch Auswirkungen auf Fahrzeuganschaffungen und Werkstattbesuche haben. Der ZDK fordert deshalb, die aktuelle Situation an den Energiemärkten bei der weiteren Ausgestaltung der CO2-Bepreisung zu berücksichtigen und automobile Mobilität bezahlbar zu halten.


Forderungen des ZDK

  • Keine weitere Anhebung des nationalen CO2-Preises im Jahr 2026
  • Absenkung auf das untere Ende des Preiskorridors von 55 Euro je Tonne CO2
  • Entlastung von Pendlern, Familien und Betrieben
  • Stärkere Rückführung der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in den Verkehrssektor
  • Bezahlbare Mobilität trotz hoher Energiepreise sichern


HASHTAG


#ZDK

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.