Fast jeder vierte Neuwagen elektrisch: ZDK sieht E-Mobilität auf Kurs

03.07.2026 13:10 Uhr | Lesezeit: 3 min
ZDK-Meisterschild
Der ZDK hatte für 2026 einen durchschnittlichen Anteil von 25 Prozent batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) an allen Pkw-Neuzulassungen prognostiziert.
© Foto: ProMotor

Die jüngsten KBA-Zahlen bestätigen nach Ansicht des ZDK den anhaltenden Aufschwung der Elektromobilität. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge bereits bei knapp 25 Prozent. Der Branchenverband sieht damit seine Jahresprognose erfüllt.

Die Elektromobilität hat im ersten Halbjahr 2026 weiter deutlich an Bedeutung gewonnen. Nach den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) lag der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) an den Pkw-Neuzulassungen von Januar bis Juni bei 24,8 Prozent. Damit fährt inzwischen nahezu jeder vierte neu zugelassene Pkw rein elektrisch. Für den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bestätigt die Entwicklung die eigene Jahresprognose. Der Verband hatte für 2026 einen durchschnittlichen BEV-Anteil von 25 Prozent vorhergesagt.

"Die Dynamik im Automobilhandel hat spürbar zugenommen. Die anfängliche Zurückhaltung vieler Kundinnen und Kunden gegenüber Elektromobilität ist einer wachsenden Offenheit und konkreten Kaufbereitschaft gewichen", erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn am Freitag.

Besonders bemerkenswert ist aus Sicht des ZDK die Entwicklung der vergangenen Monate. Im Juni lag der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge bei 28,4 Prozent. Damit überschritt der Markt bereits den dritten Monat in Folge die Marke von 25 Prozent. Insgesamt wurden im vergangenen Monat 84.057 Elektroautos neu zugelassen. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Zuwachs von 78,2 Prozent. Der Anteil der Stromer stieg innerhalb eines Jahres um zehn Prozentpunkte.

Peckruhn: "Die Elektromobilität ist im Markt angekommen und entwickelt sich zunehmend zu einem tragenden Segment des Neuwagengeschäfts – das bestätigt unsere Marktprognose. Als Treiber nannte er unter anderem die gestiegenen Kraftstoffpreise, staatliche Fördermaßnahmen sowie ein wachsendes Angebot an erschwinglicheren Elektrofahrzeugen

Elektrifizierte Antriebe nähern sich 40 Prozent Marktanteil

Noch deutlicher fällt das Bild aus, wenn Plug-in-Hybride einbezogen werden. Ihr Marktanteil lag im Juni bei 10,9 Prozent. Zusammen mit den batterieelektrischen Fahrzeugen entfielen damit nahezu 40 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit extern aufladbarem Antrieb. Der Verband beobachtet nach eigenen Angaben eine veränderte Haltung vieler Kunden gegenüber Elektrofahrzeugen. Während Unsicherheiten in den vergangenen Jahren häufig Kaufentscheidungen verzögerten, nehme inzwischen die konkrete Kaufbereitschaft spürbar zu.

Als weiteres Signal wertet der Verband die Nutzung der staatlichen E-Auto-Förderung. Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden bislang mehr als 72.000 Förderanträge gestellt. Rund 90 Prozent davon entfallen auf batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge.

Auffällig sei dabei die breite soziale Verteilung: Fast die Hälfte der Anträge stammt von Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro.

Gesamtmarkt legt ebenfalls zu

Auch der Gesamtmarkt entwickelte sich im Juni positiv. Mit 296.378 Pkw-Neuzulassungen lag das Volumen 15,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Zwar profitierte der Markt von einem zusätzlichen Arbeitstag gegenüber Juni 2025, der ZDK sieht den Aufwärtstrend jedoch nicht allein als Kalendereffekt. Vielmehr deuten die aktuellen Zahlen nach Einschätzung des Verbands darauf hin, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nachhaltig an Breite gewinnt und sich die Elektromobilität zunehmend als tragende Säule des Neuwagengeschäfts etabliert.

Von Januar bis Juni wurden laut KBA 1,48 Millionen Neuwagen zugelassen, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 

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