Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bewertet die aktuelle Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland positiv. Aus Sicht des Verbandes sorgen ein steigendes Interesse der Verbraucher sowie ein wachsendes Angebot bezahlbarer Elektrofahrzeuge für zusätzliche Dynamik im Markt.
Nach den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im Mai 2026 knapp 60.000 batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 39,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an allen Pkw-Neuzulassungen stieg auf 25 Prozent. Im Mai 2025 hatte er noch bei 18 Prozent gelegen.
Der Gesamtmarkt blieb nahezu stabil. Insgesamt wurden im Mai 2026 laut KBA 239.448 Pkw neu zugelassen, 0,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Mai 2026 zwei Arbeitstage weniger hatte als der Mai 2025.
ZDK verweist auf steigende Nachfrage
"Die Elektromobilität erreicht zunehmend die Mitte des Automarktes. Die aktuelle Nachfrageentwicklung zeigt, dass sich immer mehr Kundinnen und Kunden ganz bewusst für einen elektrischen Antrieb entscheiden – bei Neu- ebenso wie bei Gebrauchtwagen", erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
Nach Angaben des Verbandes bestätigen auch zahlreiche Händlergruppen eine positive Auftragssituation. Der ZDK sieht die Elektromobilität derzeit von mehreren Faktoren gestützt: Neben einem breiteren Angebot erschwinglicher E-Fahrzeuge verweist der Verband auf die seit Wochen hohen Kraftstoffpreise, die viele Kunden dazu veranlassten, ihre Mobilitätskosten neu zu bewerten.
Förderportal soll zusätzliche Impulse geben
Zusätzliche Impulse erwartet das Kfz-Gewerbe vom neuen Förderportal der Bundesregierung für E-Autos, das vor zwei Wochen gestartet ist. Der ZDK bewertet die Förderung grundsätzlich positiv, sieht aber noch Anforderungen an die praktische Umsetzung.
"Die Kaufprämie kann ein wichtiger Impulsgeber für den privaten Hochlauf der Elektromobilität sein. Wer den Umstieg erleichtert, stärkt zugleich die Akzeptanz der Technologie und bringt zusätzliche Dynamik in den Markt“, so Peckruhn.
Verband fordert praxisnahe Umsetzung
Damit die aktuellen Marktsignale nachhaltig wirken können, fordert der ZDK eine einfache und verlässliche Ausgestaltung der Förderinstrumente.
"Die Nachfrage ist da, das Angebot wächst – jetzt muss auch die Förderung im Alltag überzeugen. Weniger Bürokratie, mehr Praxistauglichkeit und verlässliche Prozesse sind der Schlüssel, damit die positiven Marktsignale nachhaltig wirken können", betont Peckruhn.
Nach Einschätzung des ZDK zeigen die aktuellen KBA-Zahlen, dass sich die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität verbessern. Um die Entwicklung zu verstetigen, brauche es weiterhin einen engen Austausch zwischen Politik, Behörden und Kfz-Gewerbe.