Der Allgäuer Werkstattausrüster MAHA kommt bei der Entwicklung seines autonomen Inspektionsassistenten "Maia" weiter voran. Der Funktionsprototyp wurde in den vergangenen Monaten bei ausgewählten Partnern aus Werkstatt, Sachverständigenwesen und Motorsport erprobt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in die Serienentwicklung ein. Nächster öffentlicher Auftritt des KI-gestützten Roboters ist die Automechanika 2026 in Frankfurt.
"Maia" wurde für die digitale Fahrzeugzustandserfassung entwickelt. Das System bewegt sich autonom um ein abgestelltes Fahrzeug, dokumentiert dessen Zustand und erfasst verschiedene Fahrzeug- und Reifendaten. Durch die standardisierte Aufnahme aus definierten Winkeln und Abständen sollen reproduzierbare Ergebnisse ermöglicht werden. Zum geplanten Funktionsumfang gehören unter anderem eine Schadensdetektion ("Surface Check") sowie die Integration in bestehende Werkstatt- und Kundensysteme.
"Unsere Maia wird dabei helfen, Fahrzeugdaten einfach zu erfassen und das Werkstattgeschäft damit wirtschaftlicher zu machen", sagte MAHA-Chef Peter Geigle. Der Inspektionsassistent habe den Praxistest bestanden.
Zu den Pilotanwendern gehörte das Kfz-Sachverständigenbüro Schorer + Wolf in Kempten. Dort wurde Maia für die Schadenbegutachtung und Zustandsbewertung eingesetzt. Projektentwickler Max Böck sieht vor allem Vorteile bei Flexibilität und Durchsatz dank kompakter Bauweise. Maia könne sich unabhängig von den Räumlichkeiten frei um ein Fahrzeug bewegen – im Gegensatz zu einem großen, statischen Scanner. "Zusätzlich sehe ich ihre Stärke in der Effizienz und Geschwindigkeit. Bei Hagelschäden ist die Anzahl der zu begutachtenden Fahrzeuge für uns manchmal enorm."
Auch im Autohausumfeld wurde das System getestet. Beim BMW Airport Service in München stand nach Angaben des Unternehmens insbesondere die Optimierung von Serviceprozessen im Fokus. "Maias Analyse schenkt unseren Mitarbeitenden die Zeit, mit dem Kunden in Ruhe ein Gespräch zu führen", betonte Lilian Volk, Digitalisierungsexpertin bei BMW München.
Für Werkstätten soll die automatisierte Datenerfassung zudem Abläufe beschleunigen und Kommunikationsaufwand reduzieren. Andre Glanz vom Werkstattplaner Cotedo erkläuterte: "Einerseits kann der Kunde anhand Maias objektiver und valider Daten noch vor Ort über Potenziale informiert werden. Zudem kann der Techniker sich dank Maia auch wirklich auf die Reparatur konzentrieren. Das minimiert Kommunikationswege und unproduktive Zeit in der Werkstatt."
Darüber hinaus wurde Roboter auch bei ABT Sportsline vorgestellt. Der Fahrzeugveredler und Motorsportpartner setzt auf präzise Analysen und Datenqualität. "Wenn es auf Performance ankommt, findet die wichtigste Arbeit vor dem Rennen in der Werkstatt oder in der Box statt. Wir messen, analysieren und optimieren permanent. Am Ende machen oft kleinste Abweichungen den entscheidenden Unterschied", so ABT-CEO Thomas Biermaier.
Live-Vorführungen auf Frankfurter Fachmesse
Auf der Automechanika 2026 will MAHA seine autonomen Inspektionsassistenten in täglichen Live-Vorführungen präsentieren. Gezeigt werden sollen Anwendungen für die digitale Zustandsbewertung von Fahrzeugen sowie Prüfungen von Reifen und Fahrwerkskomponenten.