Nach einer Phase interner Umstellung kehrt die MAHA Group auf Wachstumskurs zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der Hersteller von Fahrzeugprüf- und Hebetechnik im Geschäftsjahr 2025/26 erstmals einen Umsatz von mehr als 160 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von über zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert den höchsten Wert in der Firmengeschichte.
Das Stiftungsunternehmen mit Sitz im bayerischen Haldenwang setzt damit die Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Nach einem pandemiebedingten Einbruch im Geschäftsjahr 2021/22 war der Umsatz kontinuierlich gestiegen. Lediglich im Geschäftsjahr 2024/25 kam es zu einem temporären Rückgang – ausgelöst durch die konzernweite Einführung eines neuen SAP-Systems.
Diese Phase bewertet das Unternehmen rückblickend als planmäßiges Übergangsjahr. Die Umstellung habe zwar zu verlängerten Durchlaufzeiten geführt, zugleich aber die Grundlage für effizientere Abläufe geschaffen, hieß es. Inzwischen seien Prozesse verschlankt, Schnittstellen harmonisiert und Strukturen so aufgestellt, dass weiteres Wachstum besser skaliert werden könne. Geschäftsführer Peter Geigle ordnet das Ergebnis entsprechend ein: "Ein Rekordjahr ist für uns kein Anlass, sich zurückzulehnen, sondern die Grundlage, mit Nachdruck weiterzugehen."
Vier strategische Handlungsfelder
Im Mittelpunkt stehen dabei vier strategische Handlungsfelder: Investitionen in den Standort Haldenwang, die Weiterentwicklung des Produktportfolios, der Ausbau von Forschung und Entwicklung sowie eine stärkere internationale Positionierung der Marke. Am Stammsitz sollen insbesondere Produktion und Logistik modernisiert werden, um steigende Auftragsvolumina effizient abwickeln zu können.
Technologisch richtet sich MAHA auf die sich wandelnden Anforderungen der Branche aus. Dazu zählen Lösungen für die Prüfung teilautonomer Fahrzeuge, die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen sowie automatisierte Prüfsysteme wie der "MAHA Autonomous Inspection Assistant" (MAIA). Diese Bereiche gewinnen an Bedeutung, weil sich die Fahrzeugtechnik zunehmend in Richtung Elektrifizierung und Assistenzsysteme verschiebt.
Parallel verstärkt das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Aktivitäten in Forschung und Entwicklung. Ziel ist es, die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und die technologische Position weiter auszubauen. Auch in den internationalen Markenauftritt soll intensiver investiert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit global zu schärfen.
"Investitionen haben den größten Hebel"
Geigle sieht den Zeitpunkt für diese Schritte bewusst gewählt: "Wir handeln aus einer Position der Stärke. Genau jetzt, wo viele Marktteilnehmer auf Sicht fahren, haben Investitionen den größten Hebel für die nächsten Jahre", erklärte der MAHA-Chef.
Der Markt für Fahrzeugprüf- und Hebetechnik befindet sich im Umbruch. Steigende Anforderungen an die Verkehrssicherheit, die zunehmende Elektrifizierung des Fahrzeugbestands und die Modernisierung bestehender Prüfinfrastrukturen treiben die Nachfrage nach moderner Prüftechnik. MAHA will dabei von seiner technologischen Position sowie einem internationalen Vertriebs- und Servicenetz profitieren.
Zu den jüngsten Projekten zählt unter anderem die Modernisierung der Fahrzeugprüfinfrastruktur in Nordirland. Solche Aufträge verdeutlichen nach Unternehmensangaben, dass Auftraggeber verstärkt integrierte Lösungen nachfragen – also das Zusammenspiel aus Hardware, Software und Dienstleistung.