Der freie Automotive Aftermarket hat das erste Halbjahr 2026 mit einem deutlichen Umsatzplus abgeschlossen. Wie der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) mitteilt, ist der Branchenzweig nominal um 4,2 Prozent gewachsen. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die von einer hohen Reparaturnachfrage, einem alternden Fahrzeugbestand und einer unverändert hohen Bedeutung individueller Mobilität getragen wird.
Während die deutsche Wirtschaft weiterhin nur langsam wächst, präsentiert sich die Teile-Branche deutlich robuster. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 preisbereinigt um 0,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Gegenüber dem ersten Quartal ergibt sich ein leichter Zuwachs von 0,2 Prozent.
Wirtschaftliche Lage wird kritisch gesehen
Trotz dieser Entwicklung blicken die GVA-Mitglieder mit gemischten Gefühlen auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer einer Verbandsbefragung bewertet die wirtschaftliche Lage Deutschlands im ersten Halbjahr 2026 als schlecht.
Die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung bleibt damit hoch. Zugleich zeigt sich, dass die Einschätzung der eigenen Branche deutlich positiver ausfällt als der Blick auf die Gesamtwirtschaft.
Drei von vier Unternehmen mit Umsatzplus
Rund 75 Prozent der GVA-Mitglieder konnten nach den Angaben ihre Umsätze gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 steigern. Besonders positiv fiel die Entwicklung sowohl bei Herstellern als auch im Handel aus. Auch für das Gesamtjahr 2026 rechnen viele Unternehmen mit weiteren Zuwächsen.
Der Verband verweist darauf, dass das erste Halbjahr zwar von starken Schwankungen geprägt gewesen sei, letztlich aber klar im Zeichen des Wachstums stand. Nach einem verhaltenen Jahresauftakt hätten Nachholeffekte für eine spürbare Belebung des Geschäfts gesorgt, heißt es.
Alternde Fahrzeuge stützen das Geschäft
Als zentrale Wachstumstreiber nennt der GVA den weiter steigenden Fahrzeugbestand und das zunehmende Durchschnittsalter der Fahrzeuge. Gleichzeitig bleibt die Reparaturnachfrage auf einem hohen Niveau. Hinzu kommt, dass viele Menschen weiterhin auf das eigene Auto angewiesen sind. Das gilt nicht nur für ländliche Regionen, sondern nach Einschätzung des Verbandes auch für zahlreiche Großstädte. Entsprechend hoch bleibt der Bedarf an Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilleistungen.
Dass die Besitzumschreibungen im ersten Halbjahr leicht zurückgingen, ändert nichts an diesem Trend. So lagen die Halterwechsel bei Pkw um 2,4 Prozent und bei Lkw um 2,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
GVA sieht "freien Markt als Mobilitätsgaranten"
GVA-Präsident Thomas Vollmar bewertet die Entwicklung entsprechend positiv: "Die Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 zeigen, dass der freie Markt Mobilitätsgarant ist und bleibt. Millionen Menschen vertrauen täglich der Arbeit der innovativen Akteure des freien Marktes. Der GVA wird sich weiter dafür einsetzen, dass die Millionen Autofahrer weiterhin von ihrer Wahlfreiheit bei Wartung und Reparatur profitieren können und somit nicht weiter belastet werden."