Der Prüfstandhersteller MAHA hat gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft MAHA Ireland einen Auftrag zur Modernisierung der technischen Infrastruktur der staatlichen Fahrzeugprüfung in Nordirland erhalten. Der Vertrag umfasst die Umsetzung von 79 Prüfstraßen, den Bau von zwei neuen Prüfzentren sowie die Modernisierung des bestehenden Netzwerks. Zudem ist ein Wartungs- und Aftersales-Supportprogramm über zehn Jahre vorgesehen.
Ein entsprechender Letter of Intent wurde am 4. Dezember 2025 erteilt, der endgültige Zuschlag folgte am 11. März 2026. Vorausgegangen war eine neue Ausschreibung der nordirischen Driver & Vehicle Agency (DVA), nachdem ein vorheriger Vertrag mit einem Wettbewerber im April 2025 vorzeitig beendet worden war. Die Vergaberichtlinien wurden dabei angepasst und legten größeren Wert auf Qualität als auf Kosten.
Nordirland und Irland zählen seit vielen Jahren zu den wichtigen Märkten für MAHA im Bereich der Fahrzeugprüfung. Bereits bestehende Systeme des Unternehmens waren länger im Einsatz als ursprünglich geplant, was unter anderem auf deren Zuverlässigkeit sowie kontinuierliche Wartung zurückgeführt wird.
TÜV-Report 2026 – Die zehn häufigsten Mängel bei der HU
"Vor dem Hintergrund der neuen Vergaberichtlinien in Nordirland zeigt dieses Projekt deutlich, dass bei sicherheitsrelevanter Prüftechnik nicht allein der Anschaffungspreis ausschlaggebend ist", betont Dr. Peter Geigle, Geschäftsführer der MAHA Group. "Wenn Systeme nicht zuverlässig funktionieren, entstehen schnell erhebliche Folgekosten. Am Ende zählt die technische Qualität und die langfristige Betriebssicherheit."
Die periodische Fahrzeugprüfung (PTI) stellt hohe Anforderungen an die eingesetzte Technik. In Nordirland werden mehrere Prüflinien parallel betrieben, mit einer Prüfzeit von rund 20 Minuten pro Fahrzeug. Pro Linie können bis zu 100 Fahrzeuge täglich geprüft werden. Dies führt zu einer hohen Belastung der eingesetzten Systeme, insbesondere in den Bereichen Mechanik, Sensorik und Steuerung.
Nach Einschätzung des Unternehmens erfordern solche Einsatzbedingungen speziell ausgelegte Prüftechnik. Nationale PTI-Programme gelten daher international als Maßstab für die Leistungsfähigkeit entsprechender Systeme.