Lithium‑Batterien stecken heute in E‑Autos, Speichern und Kleingeräten. Mit wachsenden Transport‑ und Lagermengen nimmt laut GDV das Brandrisiko zu – auf See ebenso wie in Logistikzentren. Der Verband legt daher ein Positionspapier vor und verlangt strengere, einheitliche Vorgaben für den Umgang mit Batterien und E‑Fahrzeugen entlang der gesamten Lieferkette.
Besonders kritisch ist der "Thermal Runaway": eine Kettenreaktion in der Batterie, die Brände beschleunigt, schwer löschbar macht und Wiederentzündungen begünstigt. "Diese besondere Gefährdungsdynamik wird im aktuellen Gefahrgutrecht nicht ausreichend berücksichtigt", sagt GDV‑Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Nötig seien klare Regeln, die das Risiko realistisch abbilden.
Seetransport: Abstand halten und kühlen
Für die Schifffahrt fordert der GDV konkrete Vorgaben: Container mit Lithium‑Batterien oder E‑Fahrzeugen sollen nicht dicht nebeneinanderstehen, nicht nahe Maschinenräumen und nicht auf obersten Stellplätzen lagern. Wo Hitze nicht auszuschließen ist, sollen Temperaturüberwachung und optional Kühlung Standard werden. Zudem empfiehlt der Verband, Batterien nur mit begrenztem Ladezustand zu verschiffen.
An Land verlangt der GDV abgegrenzte Bereiche für Batterien und E‑Autos – mit baulicher Trennung, definierten Abständen und klaren Brandschutzkonzepten. "Batterien gehören in speziell gesicherte Bereiche und nicht einfach irgendwo ins Regal oder auf den Hof", betont Asmussen. Ziel ist es, Mitarbeitende, Einsatzkräfte und Lieferketten besser zu schützen.
Kernforderung: eigene Gefahrgutklasse
Bislang fallen Lithium‑Batterien unter eine Sammelkategorie. Der GDV fordert eine eigene Gefahrgutklasse, um Kennzeichnung, Informationslage und Regeln passgenau zu gestalten. Eine neue Klassifizierung würde Feuerwehr und Schiffsbesatzungen klarere Hinweise geben und branchenspezifische Vorgaben für Verpackung, Stauung und Notfallmanagement ermöglichen.
Appell an Politik und Gremien
"Es geht nicht um Panikmache, sondern um Vorsorge", sagt Asmussen. Der GDV ruft Politik und internationale Gremien auf, Vorschriften zügig weiterzuentwickeln – für ein hohes Sicherheitsniveau auf See, an Land und über die gesamte Transportkette. Nur so lasse sich das Wachstum der Elektromobilität sicher und gesellschaftlich akzeptiert begleiten.