ZF Aftermarket hat den Funktionsumfang seiner digitalen Plattform CorExpedia erweitert. Nach SACHS- und WABCO-Altteilen können nun auch ZF- und TRW-Komponenten digital zur Rückgabe angemeldet werden. Ziel ist es, die Altteilabwicklung markenübergreifend zu vereinheitlichen und den Rücklauf gebrauchter Komponenten für die Wiederaufarbeitung effizienter zu organisieren.
Die Plattform steuert den Altteilrücklauf in Europa und soll einen bisher vergleichsweise komplexen Reverse-Logistics-Prozess digital abbilden. Werkstätten und Großhandelspartner erhalten über CorExpedia Informationen zu Rückgabebedingungen, Berechtigungen, Verpackung, Versand und Dokumentation. Zudem lassen sich Rücksendeaufträge digital erstellen und der Bearbeitungs- sowie Zahlungsstatus nachverfolgen.
Wiederaufarbeitung im Ersatzteilgeschäft
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung der Wiederaufarbeitung im Ersatzteilgeschäft. Die Rückgabe gebrauchter Komponenten gilt als Voraussetzung dafür, dass wiederaufarbeitungsfähige Teile in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können.
"Bei ZF ist die Wiederaufarbeitung seit Jahrzehnten fest in unserer DNA verankert. Remanufacturing leistet einen entscheidenden Beitrag zur Abfallvermeidung, zur Schonung von Ressourcen und zur Verlängerung von Produktlebenszyklen. Mit mehr als 7.300 wiederaufgearbeiteten Produkten, die an 20 Standorten weltweit gefertigt werden, gehört ZF zu den führenden Anbiertern im Aftermarket. Dieses Engagement treibt uns jeden Tag an – und der Reman Day bietet die passende Gelegenheit, darauf aufmerksam zu machen", sagte Philippe Colpron, Leiter ZF Aftermarket und Executive Vice President der ZF Group.
ZF bezeichnet CorExpedia als zentrales Instrument innerhalb der eigenen Reman-Prozesse. Die Plattform soll nach Darstellung des Unternehmens nicht nur den administrativen Aufwand für Handel und Werkstätten reduzieren, sondern auch die Versorgung der Wiederaufarbeitungswerke mit benötigten Altteilen verbessern.
"CorExpedia ist weit mehr als ein Rückgabe-Tool. Die Plattform bildet das digitale Rückgrat unserer Reman-Wertschöpfungskette. Ein einheitlicher Prozess über alle Marken und Märkte hinweg ermöglicht unseren Partnern effizienteres Arbeiten und stellt gleichzeitig die Verfügbarkeit der Altteile sicher, die für hochwertige wiederaufgearbeitete Produkte unerlässlich sind. Damit schaffen wir eine wesentliche Grundlage, um Kreislaufwirtschaft im Aftermarket praktisch umzusetzen", sagte Tomasz Galazka, Head of Global Remanufacturing Strategy & Business Development bei ZF Aftermarket.
Echtzeitübersicht über ausstehende Altteile
Nach Angaben des Unternehmens bietet das System eine Echtzeitübersicht über ausstehende Altteile sowie klare Hinweise zu Logistik und Dokumentation. Händler und Partner sollen dadurch auf einen Blick erkennen können, welche Altteile in welchen Mengen und unter welchen Bedingungen zurückgegeben werden können. Auch die Organisation des Transports und die Übernahme von Logistikkosten seien über die Plattform möglich.
Für ZF steht dabei nicht nur die Prozessvereinfachung im Vordergrund, sondern auch die bessere Planbarkeit im Bestands- und Rücklaufmanagement. Das Unternehmen sieht in der standardisierten Altteilrückgabe einen Beitrag zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft im Aftermarket.
ZF kündigte außerdem an, ab 8. September auf der Automechanika Frankfurt Lösungen rund um Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und den Fahrzeuglebenszyklus zu präsentieren.