Autodoc SE stellt seine B2B-Sparte Autodoc PRO auf ein volldigitales Betriebsmodell um. Nach einer Überprüfung des bisherigen "Phygital"-Konzepts hat das Unternehmen entschieden, den Ansatz neu auszurichten. Das bisherige Modell verband eine digitale Plattform mit persönlichem Support durch lokale Service-Mitarbeiter. Künftig soll Autodoc PRO stärker auf digitale Kundenkommunikation, digitale Prozesse und zentralisierte Strukturen setzen.
"Wir sind als E-Commerce-Unternehmen im Digitalen zuhause, und diese strategische Neuausrichtung spiegelt den hochdynamischen Wandel vom Offline- zum Online-Kauf im B2B-Segment wider", sagt Dmitri Zadorojnii, CEO von Autodoc. "Indem wir uns vollständig auf unsere digitalen Kompetenzen konzentrieren, sichern wir nachhaltiges Wachstum und bieten unseren professionellen Kunden maximale Effizienz und den bestmöglichen Service."
Nach Angaben des Unternehmens machten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa eine Neubewertung der operativen Struktur von Autodoc PRO erforderlich. Ziel der Umstellung sei es, Abläufe, Strukturen und Prozesse zu vereinfachen und das Geschäft skalierbarer aufzustellen.
"Um Autodoc PRO als tragende Säule unseres Geschäfts zu stärken, haben wir beschlossen, unsere Abläufe, Strukturen und Prozesse durch digitale Kundenkommunikation zu straffen", sagt Patrick Diepenhorst, der Autodoc PRO in Europa leitet. Diepenhorst kam 2023 zum Unternehmen und ist seit 2023 beziehungsweise 2024 als Managing Director für Autodoc PRO in den Niederlanden und Belgien verantwortlich.
Autodoc PRO bleibt in bestehenden Märkten aktiv
Autodoc PRO soll weiterhin professionelle Kunden in den bestehenden Märkten bedienen. Dazu zählen Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Belgien und die Niederlande. Das neue volldigitale Modell wird in Deutschland, Italien, Österreich, Belgien und den Niederlanden eingeführt. In diesen Märkten entfällt künftig der Einsatz lokaler Außendienstmitarbeiter. Werkstattkunden sollen stattdessen unabhängig von ihrem Standort Zugang zum digitalen Serviceangebot von Autodoc PRO erhalten.
Auch der Retourenprozess wird angepasst. Autodoc ersetzt den bisherigen abholbasierten Ablauf durch ein digitales Rückgabesystem, das durch einen Paketservice unterstützt wird. Persönlicher Support soll weiterhin über das Business Development Team sowie über fest zugeordnete Account Manager verfügbar bleiben. Die Weiterentwicklung der digitalen Plattform soll dazu beitragen, Autodoc PRO als Partner für Werkstätten im unabhängigen Kfz-Aftermarket weiterzuentwickeln.
B2B-Umsatz im ersten Quartal gestiegen
Autodoc verweist im Zusammenhang mit der Neuausrichtung auf die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal. Der B2B-Umsatz stieg demnach von 30,5 Millionen Euro im ersten Quartal 2025 auf 42,4 Millionen Euro im ersten Quartal 2026. Das Wachstum führt das Unternehmen unter anderem auf die Optimierung von Autodoc PRO zurück. Dazu zählen lokale Drop-Shipping-Lösungen, kürzere Lieferzeiten sowie der erweiterte Rollout in Deutschland, Österreich, Italien, Belgien und den Niederlanden.
Autodoc PRO im B2B-Markt
Autodoc sieht Autodoc PRO weiterhin als wichtigen Bestandteil seines B2B-Geschäfts. In Frankreich sei bereits mehr als die Hälfte der unabhängigen Werkstätten an die Plattform angeschlossen. "Autodoc PRO hat sich als feste Größe im B2B-Markt etabliert. In Frankreich sind bereits mehr als 50 Prozent der unabhängigen Werkstätten an die Plattform angeschlossen", sagt Dmitri Zadorojnii und ergänzt: "Wir sind nach wie vor der einzige digitale Anbieter, der Werkstätten ein nahtloses Retourenerlebnis bietet. Unser Fokus liegt jetzt vollständig darauf, unsere Beziehungen zu professionellen Kunden in ganz Europa unter einer hocheffizienten Struktur zu festigen, auszubauen und neue Kunden zu überzeugen."