Autozulieferer: IG Metall fordert Milliardenhilfen

Die IG Metall fordert Milliardenhilfen für Autozulieferer, die wegen der zunehmenden Elektromobilität Probleme bekommen.
© Foto: picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

Die Gewerkschaft will sich beim kommenden Spitzentreffen der Autobranche für eine milliardenschwere Unterstützung der Zulieferindustrie einsetzen. Das Geld solle in Form von Krediten an die Unternehmen gehen.


Datum:
19.06.2019

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Die IG Metall will sich beim Spitzentreffen der Autobranche am kommenden Montag in Berlin für eine milliardenschwere Unterstützung der Zulieferindustrie einsetzen. Es gehe um einen Transformationsfonds in zweistelliger Milliardenhöhe, sagte Frank Iwer, der Leiter der strategischen und politischen Planung der Gewerkschaft, der "Wirtschaftswoche".

Das Geld solle in Form von Krediten an Zulieferer gehen, die zwar stark und profitabel seien, aber trotzdem nur schwer an Kapital für Investitionen kämen oder sehr viel Geld bräuchten. Um das Konzept für Investoren attraktiv zu machen, solle die Bundesregierung bei einer Laufzeit von sechs bis acht Jahren eine Verzinsung von 1,5 Prozent garantieren, sagte Iwer. 

Sanierungsbedürftige Zulieferer sollten eher kurzfristig mit weiteren Milliardenbeträgen unterstützt werden. "50 Prozent der nötigen Summe könnten die deutschen Autohersteller einbringen, 50 Prozent die Bundesregierung", sagte Iwer.

An dem Gespräch bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen mehrere Minister, die Spitzen von Union und SPD sowie Vertreter von Autobranche und Gewerkschaften teilnehmen. Das Wirtschaftsministerium kennt den IG-Metall-Vorschlag laut "Wirtschaftswoche" schon, mache ihn sich bislang aber nicht zu eigen. Die Autohersteller hätten Interesse signalisiert, hieß es.

Der Wandel hin zur Elektromobilität bringt vor allem die Zulieferer in Bedrängnis, deren Geschäft vor allem auf Verbrennungsmotoren ausgerichtet ist. Auf der anderen Seite sind die Autobauer auf sie angewiesen. Die Konzerne fürchteten nicht nur Unterbrechungen bei Belieferungen, sagte IG-Metall-Experte Iwer der "Wirtschaftswoche". Sie wollten auch vermeiden, dass Investoren in Schieflage geratene Firmen aufkaufen und die Hersteller anschließend erpressen. (dpa)

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