ADAC fordert Transparenz: Viele digitale Dienste im Auto nur gegen Bezahlung

06.02.2026 09:31 Uhr | Lesezeit: 2 min
Das aktualisierte Xpeng-Betriebssystem soll etwa für Verbesserungen bei den Assistenzsystemen sorgen.
Viele Funktionen in Fahrzeugen sind heute nur noch gegen Bezahlung verfügbar.
© Foto: Xpeng

Konnektivität kostet: Wer vernetzte Dienste im Auto nutzt, wird zunehmend zur Kasse gebeten. Nicht immer sind die Kosten transparent.

Datenzugriff, Navigation, Infotainment: Viele Funktionen in Fahrzeugen sind heute nur noch gegen Bezahlung verfügbar. Der ADAC hat in Kooperation mit der Fachzeitschrift c't eine Marktanalyse zu den verschiedenen Abo-Modellen der Autobauer durchgeführt. Demzufolge werden Verbraucher oft nicht ausreichend über die Kosten und die Laufzeiten aufgeklärt. Zudem verfolge fast jeder Hersteller eine individuelle Strategie, was die Vergleichbarkeit erschwere, hieß es.

Autohersteller bieten als digitalen Service zum Beispiel den Remote-Zugriff auf Fahrzeugdaten an, wobei je nach Marke verschiedene Funktionen zur Verfügung stehen. Hierzu gehören beispielsweise die Standortabfrage aus der Ferne oder die Steuerung der Klimaanlage via App.

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Diese Services sind häufig für mehrere Jahre gratis: Bei Skoda etwa profitieren die Kunden drei Jahre lang kostenlos von diesen Funktionen, bei Audi und Opel werden Autofahrer ganze zehn Jahre versorgt. Kunden von Nio müssen sogar das gesamte Fahrzeugleben lang nicht für diese Funktionen bezahlen.

Navigation geht ins Geld 

Für Navigation und einige Funktionen des Infotainments müssen Autofahrer nach einer gewissen kostenlosen Laufzeit inzwischen bezahlen: BMW verlangt nach drei Freimonaten 9,98 Euro im Monat, bei Mercedes-Benz bezahlen die Kunden nach drei kostenlosen Jahren bis zu satte 329 Euro im Jahr. Komplett im Dunkeln stehen die Kunden von Renault: Hier sind die Preise nach Ablauf der kostenlosen Phase im Jahr 2027 noch gar nicht bekannt. Volvo wiederum kündigt an, seine Kunden erst kurz vor Ablauf der vierjährigen Gratisphase informieren zu wollen.


70 Jahre DDR-Kultautos P 70 und Trabant

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Der ADAC empfiehlt besonders Käufern von jungen Gebrauchtwagen, dass sie sich vor dem Vertragsabschluss über den aktuellen Status der digitalen Dienste an Bord informieren. Viele Funktionen könnten nur noch für wenige Monate kostenlos sein oder sind vielleicht sogar schon abgelaufen. In jedem Fall gilt es, sich gut über das Kosten- und Abomodell des jeweiligen Herstellers zu informieren.

Auch sollten sich Gebrauchtwagenkäufer schriftlich dokumentieren lassen, welche digitalen Funktionen dauerhaft im Kaufpreis enthalten sind. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, die kostenpflichtigen Funktionen generell zu hinterfragen: Braucht man sie wirklich dauerhaft und könnte nicht auch eine kostenpflichtige App eines Drittanbieters eine vergleichbare Leistung bringen?

Klare Kommunikation gefordert

Fahrzeughersteller sollten aus Sicht des ADAC klarer kommunizieren, wie lang welche Funktionen kostenfrei zur Verfügung stehen und welche Folgekosten anfallen. Auch sollten Abos von einem Eigentümer zum nächsten übertragbar sein, um Wertverlust zu minimieren. "Funktionen, die zur Sicherheit und zuverlässigen Nutzung des Fahrzeuges beitragen, müssen über den gesamten Lebenszyklus des Autos kostenfrei zur Verfügung stehen", heißt es von Seiten des Autoclubs. Zudem sollten Autobauer Schnittstellen anbieten, die Drittanbietern einen sicheren und standardisierten Zugriff auf wichtige Fahrzeugdaten ermöglichen.


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