Der Standort des Automobilzulieferers IAV in Berlin-Charlottenburg ist vorerst gesichert. Das Unternehmen und die Arbeitnehmerseite haben einen Zukunftstarifvertrag vereinbart, der betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 ausschließt und den Erhalt aller Standorte vorsieht, wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilte.
Standorte sollen gestärkt werden
IAV teilte mit, dass die Standorte bis Ende März 2027 eine verbindliche Vereinbarung zu Auslastung und Ausrichtung erhalten sollen. Berlin wird demnach zum "Zentrum für Kernkompetenzen mit IT-Hub". Das Werk im niedersächsischen Gifhorn soll als Entwicklungszentrum gestärkt werden. Stollberg in Sachsen "bleibt fester Bestandteil des Standortnetzes".
Den geplanten Abbau von bundesweit mehr als 2.000 Stellen konnte die IG Metall hingegen nicht abwenden. Bis Ende 2027 soll die Belegschaft an den deutschen Standorten von derzeit 5.000 auf 2.970 Beschäftigte reduziert werden, teilte IAV mit. Der Stellenabbau soll nach Angaben beider Seiten über Ansprache- und Freiwilligenprogramme erfolgen. Aktuell arbeiten der Gewerkschaft zufolge rund 1.250 Beschäftigte am Standort Berlin und 800 in Stollberg bei Chemnitz.
Proteste gingen Einigung voraus
Die Einigung erfolgte nach umfassenden Protesten von Hunderten Beschäftigten in Berlin sowie am niedersächsischen Standort Gifhorn. "Diese Lösung wurde niemandem geschenkt, sie hat allen Beteiligten viel abverlangt", erklärte IAV-Chef Jörg Astalosch. "Die Belegschaften bei IAV haben gezeigt, was möglich ist, wenn Beschäftigte zusammenstehen und für ihre Interessen kämpfen", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. "Falsch bleibt aus meiner Sicht, dass sich das Management zu keinem Zeitpunkt ernsthaft auf die guten Vorschläge aus der Belegschaft für neue Geschäftsfelder eingelassen hat."