Internationale Fahrzeugzulassung: Luxemburg und Irland setzen auf TÜV SÜD

26.05.2026 14:24 Uhr | Lesezeit: 3 min
TÜV SÜD
TÜV SÜD wird technischer Dienst in zwei Ländern.
© Foto: TÜV SÜD

Neue Hersteller drängen nach Europa – TÜV SÜD baut sein Prüfgeschäft aus und erhält weitere Mandate in der Typgenehmigung.

TÜV SÜD baut seine Rolle im europäischen Zulassungsgeschäft weiter aus. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, haben die Typgenehmigungsbehörden in Luxemburg und Irland den Münchner Prüfkonzern als technischen Dienst für den Marktzugang neuer Fahrzeuge und Komponenten benannt. Damit kann TÜV SÜD künftig Hersteller beim Eintritt in den EU-Markt auch über Deutschland hinaus unterstützen.

Konkret erfolgte die Benennung durch die Société Nationale de Certification et d'Homologation (SNCH) in Luxemburg sowie die National Standards Authority of Ireland (NSAI). Beide Behörden setzen damit auf externe Expertise, um neue Fahrzeugtypen und Bauteile für den europäischen Markt zu prüfen und freizugeben.

Wichtiger Schritt in der Internationalisierungsstrategie

Für TÜV SÜD ist die Entscheidung Teil einer breiter angelegten Expansion im Bereich Typgenehmigung. Das Unternehmen will seine Position als technischer Dienst europaweit ausbauen und seine Dienstleistungen verstärkt international anbieten.

"Die Notifizierung als Benannte Stelle für den technischen Dienst Typ-C in Luxemburg und Irland ist ein weiterer wichtiger Schritt in unserer Internationalisierungsstrategie. Damit erweitern wir unser Angebot für OEM und Teilehersteller bei der Fahrzeugzulassung im europäischen Markt über Deutschland hinaus", sagte Thomas Gander, Leiter Technischer Dienst Kategorie C in der TÜV SÜD Division Mobility.

Als sogenannte Benannte Stelle ist TÜV SÜD berechtigt, Managementsysteme und sicherheitsrelevante Strukturen von Herstellern zu prüfen. Diese sogenannten Anfangsbewertungen sind Voraussetzung für die spätere Fahrzeugzulassung in der Europäischen Union. Neben Audits gehören dazu bei Bedarf auch technische Tests in eigenen oder externen Prüfeinrichtungen.

EU-Markt im Fokus neuer Hersteller

Die Prüfungen bilden die Grundlage für die Genehmigungsentscheidungen der nationalen Behörden. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) TÜV SÜD als technischen Dienst in diesem Bereich anerkannt. Rechtliche Basis sind mehrere EU-Verordnungen zur Zulassung von Fahrzeugen und Bauteilen. Der europäische Markt gilt als einer der wichtigsten Zielräume für neue Hersteller – insbesondere Anbieter aus Asien drängen verstärkt in die Union.

"Ab sofort haben OEM und TIER 1 mit uns einen starken Partner, der die Abläufe und Anforderungen in der EU aus Jahrzehnte langer Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Politik und Behörden kennt und so für reibungslose und schnelle Abläufe sorgt", betonte Gander.

Weitere Länder im Blick

Die Expansion soll weitergehen: Nach Angaben des Unternehmens stehen zusätzliche Benennungen in anderen europäischen Staaten bevor. Als nächste Stationen nennt TÜV SÜD unter anderem Schweden und die Niederlande.

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