"Nach einem Unfall können beschädigte Antriebsbatterien Brände, Stromschläge oder Leckagen mit giftigen Chemikalien auslösen", sagt Robin Zalwert, Referent für nachhaltige Mobilität beim TÜV-Verband. "Die Batterie muss systematisch untersucht werden, um auch äußerlich unsichtbare Schäden zu erkennen."
Im Mittelpunkt steht die sicherheitstechnische Bewertung. Neben sichtbaren Beschädigungen müssen auch mögliche interne Kurzschlüsse, thermische Instabilitäten oder Zellschäden erkannt werden. Dafür kommen unter anderem Messungen des Isolationswiderstands, thermografische Analysen und die Auswertung von Fahrzeugdaten infrage. "Eine Herausforderung ist, auch nicht sichtbare Schäden im inneren der Batterie zuverlässig zu erkennen", sagt Zalwert. "Eine Batterie kann äußerlich unauffällig wirken und dennoch ein erhebliches Gefahrenpotenzial darstellen."
Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Aspekte
Neben Sicherheitsfragen behandelt der Leitfaden auch wirtschaftliche Aspekte. Eine Reparatur einzelner Batteriemodule kann günstiger sein als der Austausch der gesamten Batterie. Entscheidend sind unter anderem der Zustand der Batterie, der sogenannte "State of Health", sowie der Fahrzeugwert.
"In vielen Fällen ist die Reparatur nicht nur wirtschaftlich sinnvoller, sondern auch nachhaltiger als ein kompletter Austausch", sagt Zalwert. Voraussetzung sei jedoch, dass die Sicherheit gewährleistet ist. Der TÜV-Verband verweist zudem auf die Bedeutung klarer Prozesse, einheitlicher Standards und verlässlicher Herstellervorgaben. "Sachverständige spielen eine Schlüsselrolle für die Sicherheit im Umgang mit verunfallten Elektrofahrzeugen", sagt Zalwert. "Dafür brauchen sie verlässliche Daten, klare Prozesse und kontinuierliche Weiterbildung."
Hier gibt es den Leitfaden zum Download.