Bei einer Überflur-Hebebühne ist beim Hochfahren die Hubmechanik immer sichtbar - ganz gleich, ob sie bodenaufliegend oder bodeneben installiert wurde. Typische Vertreter von Überflur-Hebebühnen sind vor allem Scheren-, 1-, 2- und 4-Säulen-Bühnen. Auch Unterflur-Hebebühnen werden entweder bodenaufliegend oder bodeneben installiert. Im Unterschied zur Überflurbühne ist die Hubmechanik jedoch in Bodenschächte integriert. Typische Varianten sind Unterflur-, 1-, 2- oder 4-Stempelhebebühnen mit bodenaufliegenden bzw. bodenebenen Fahrbahnen oder diversen Lastaufnahmen. "Die Wahl zwischen diesen Systemen hängt maßgeblich von den betrieblichen Prioritäten ab", sagt Marc Weinmann, Geschäftsführer und Inhaber der Weinmann Werkstatt-Technik GmbH aus Chieming. "Platzangebot, Fahrzeugtypen, Wartungsprozesse, Sicherheitsanforderungen und das Budget sind entscheidende Faktoren."
Überflur-Hebebühnen sind etabliert, technisch ausgereift und in einer breiten Palette an Tragfähigkeiten und Bauformen verfügbar. Die Installation ist vergleichsweise einfach, da keine aufwendigen Bodenschächte ausgehoben oder Fundamente gegossen werden müssen. Das verringert die Bauzeiten und senkt die Investitionskosten. Die Wartungszugänglichkeit der Bühne ist gut, da Hydraulik, Motor und Mechanik überflur liegen und direkt erreichbar sind. Dies ermöglicht kurze Instandsetzungszeiten und geringe Servicekosten. "Ein Vorteil besteht auch in der Sichtbarkeit der Mechanik", so Weinmann. "Schäden oder Undichtigkeiten können frühzeitig erkannt werden, ohne einen Schacht öffnen zu müssen." Überflur-Hebebühnen sind in der Regel universell einsetzbar - von leichten Pkw bis hin zu schweren Transportern. Auch punkten Überflur-Hebebühnen meist mit niedrigerer Erstinvestition. Gebrauchte oder modulare Systeme können die Kosten weiter senken.
Nachteile Überflur-Hebebühnen
Dem gegenüber steht eine eingeschränkte Flächennutzung. "Überflur-Hebebühnen mit Säulen beanspruchen viel Platz am Hallenboden, was insbesondere bei engen Grundrissen die Stellflächen reduziert", so Weinmann. "Bei Zweisäulenbühnen stehen zudem die Säulen auf Höhe der Fahrzeugtüren." Bei bodenaufliegenden Fahrbahnbühnen kann darüber hinaus die erhöhte Plattform bei bestimmten Fahrzeugen mit sehr niedrigen Fahrzeugfronten die Auffahrt auf die Fahrbahn erschweren. Weil sie offen liegen, verschmutzen mechanische Führungen, Gleitlager, Rollenlager usw. vergleichsweise schnell. Dies betrifft vor allem Scherenbühnen, deren Mechanik direkt unter der Plattform liegt. Die offenliegende Hubmechanik ist auch der Grund, weswegen diese nicht für Waschhallen tauglich sind. Letztlich stören Säulen, unabhängig ob Tragarm- oder Fahrbahnkonstruktion, den Zugang zu Türen und Schwellerbereichen.
- Ausgabe 4/2026 Seite 030 (924.0 KB, PDF)