ADAC-Test Assistenzsysteme: Große Unterschiede bei Regen und Nebel

14.04.2026 09:05 Uhr | Lesezeit: 3 min
ADAC Systemvergleich FAS Radar Lidar Verkehrssicherheit Regen Nebel
Die Fahrzeuge im Systemvergleich: Tesla Model Y, NIO EL6, BYD Seal, Mercedes CLA, Subaru Impreza und VW T-ROC.
© Foto: ADAC/André Kirsch

Der ADAC hat in einem Systemvergleich untersucht, wie sich wechselnde Wetterbedingungen auf die Funktionsweise der Sensoren von Assistenzsystemen im Auto auswirken. Das Ergebnis zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Herstellern gibt. Kein System war fehlerfrei, es gab positive und negative Überraschungen.

Ein aktueller ADAC-Vergleicht hat gezeigt, bei Regen und Nebel funktionieren die Assistenzsysteme in den modernen Autos teilweise stark eingeschränkt. Dabei gibt es große Unterschiede bei den Herstellern. 

Gerade jetzt im April mit seinem typischen Wetter-Mix helfen in vielen modernen Fahrzeuge Sensoren und Kameras Abstände und Hindernisse auch bei schlechter Sicht zu erkennen. Die gewonnenen Daten versorgen wichtige Systeme wie etwa den Notbremsassistenten. Die Untersuchungen fanden in der AVL-Wetterhalle in Roding statt. Hier können starke Regenschauer und Nebelwände sowie Blendung durch tiefstehende Sonne nachgebildet werden.

Test mit verschiedenen Wettersituationen

Für die Versuche wurden je nach Szenario Regen und Nebel in verschiedenen Intensitäten erzeugt - in einem Fall simulierte ein spezieller Scheinwerfer eine tiefstehende Sonne durch die Nebelwand. Die Fahrzeuge fuhren für den Vergleich mit 30 km/h und mussten ein stehendes sowie in einem zweiten Szenario ein bewegtes Hindernis rechtzeitig erkennen und eigenständig bremsen. Das Ergebnis zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Herstellern gibt. Kein System ist in der Lage, alle Szenarien ohne Fehler zu bestehen. Die beste Gesamtperformance zeigte der Mercedes CLA: Selbst im dichten Nebel, der sich bei vielen Systemen als großes Problem herausstellte, war das Auto in der Lage dazu, Hindernisse zu erkennen und ohne Kollision abzubremsen.

Minuspunkte gab es, weil das System in einem Fall zwar einen kreuzenden Fußgänger erkannte und eine Bremsung einleitete, diese aber kurz darauf ohne erkennbaren Grund abbrach. Eine weitere Erkenntnis ist, dass mehr Sensorik nicht unbedingt bessere Ergebnisse zur Folge hat: Der Nio EL6 ist mit einem Radar, Lidar und einer Kamera ausgestattet. Zwar erzielte das Fahrzeug insgesamt zufriedenstellende Ergebnisse, zeigte aber bei dichtem Nebel mit Sichtweiten unter 20 Metern keine oder nur unzureichende Reaktionen.

ADAC Test FAS Vergleich
Überraschend positiv zeigte sich das System von Tesla, das ausschließlich auf Kameras setzt. Ein gänzlich anderes Bild zeigte sich beim BYD Seal: Das Fahrzeug hatte bei nahezu allen Bedingungen merkliche Schwächen - bei Starkregen und dichtem Nebel gab es quasi keine Reaktion mehr.
© Foto: ADAC

Überraschung bei Tesla und BYD

Überraschend positiv zeigte sich das System von Tesla, das ausschließlich auf Kameras setzt. Regen oder leichter Nebel stellte das Fahrzeug vor keine Probleme. In anspruchsvolleren Fällen erkannte das System zwar die Hindernisse oder sprach eine Warnung aus, führte aber keine Notbremsung durch. Ein gänzlich anderes Bild zeigte sich beim BYD Seal: Das Fahrzeug hatte bei nahezu allen Bedingungen merkliche Schwächen - bei Starkregen und dichtem Nebel gab es quasi keine Reaktion mehr. Leider gab das Fahrzeug aber auch keine Warnung aus, dass die Systeme eingeschränkt sind oder unter den vorliegenden Bedingungen nicht mehr funktionieren.

Im Fazit lässt sich festhalten, dass gut abgestimmte Assistenzsysteme auch unter schwierigsten Umweltbedingungen eine sichere Unterstützung sein können. Allerdings sollten sich Autofahrer nie alleine auf die Funktion der Sensoren verlassen. Die Fahrzeughersteller müssen aus ADAC Sicht dem Fahrer klare Hinweise geben, sobald ein Assistenzsystem nicht mehr zur Verfügung steht.


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