ADAC warnt vor White-Label-Kindersitzen: Gefährliche Doppelgänger

09.04.2026 09:55 Uhr | Lesezeit: 2 min
ADAC Kindersitz
Bereits 2025 hat der ADAC den Reecle 360 getestet und vor diesem gewarnt. Nun wurden technisch weitgehend identische Sitze mit gleichem Negativ-Ergebnis getestet.
© Foto: ADAC

Bereits 2025 hat der ADAC vor einem Kindersitz mit schweren Mängeln gewarnt. Jetzt zeigt sich, dass es von diesem Typ gleich mehrere ebenso gefährliche Schwestermodelle mit anderen Namen gibt.

Der ADAC warnt nach aktuellen Crashtests mit Kindersitzen vor einer Gruppe von im Kern baugleicher Typen, die gravierende Sicherheitsmängel aufweisen. Es handelt sich um White-Label-Produkte, die unter unterschiedlichen Markennamen im Online-Handel angeboten werden.

Bereits im Kindersitztest 2025 hatte der Club vor dem Modell "Reecle 360" gewarnt. In Crash-Simulationen kann sich der Sitz von seiner Basis lösen und unkontrolliert durch den Fahrzeuginnenraum schleudern. Laut ADAC handelt es sich dabei um ein Produkt, das über die Plattform Alibaba mit europäischer Zulassung an Händler verkauft wird. Diese bestellen den Sitz mit einigen individuellen Produktanpassungen in größerer Stückzahl und vertreiben diese anschließend unter eigenen Produktnamen. Zu dieser White-Label-Gruppe gehören laut ADAC die Sitze "Ding Aiden 360", "Kidiz 360", "Kids Zone i-Size 360", "Buf Boof Tweety Plus", "Miophy i-Size 360", "Xomax 946i" oder "Lettas i-Size 360".

Auch bei neuen Crashtests zeigte sich, dass die Konstruktion dieser Modelle versagt. Die Verbindung zwischen Sitz und Basis löst sich, wodurch ein erhebliches Verletzungsrisiko entsteht. Der ADAC empfiehlt daher generell, sich vor dem Kauf – insbesondere bei Online-Angeboten – anhand unabhängiger Testergebnisse über die Sicherheit von Kindersitzen zu informieren.

Neben dieser Produktgruppe fiel auch das Modell "Kinderkraft Mink Pro 2" negativ auf. Beim Frontalaufprall kann sich die Babyschale aus der Isofix-Station "Base Mink FX2" lösen und ebenfalls durch den Innenraum geschleudert werden. Ohne die Basisstation lässt sich der Sitz alternativ mit dem Fahrzeuggurt befestigen. In dieser Konfiguration bietet er laut ADAC einen guten Schutz, sofern auf einen korrekten Gurtverlauf geachtet wird.


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