Schadenabwicklung: Allianz steigt bei Control-Expert ein

V.l.n.r.: Nicolas Witte (Geschäftsführer Control-Expert), Gerhard Witte (Gründer Control-Expert) und Jochen Haug (Schadenvorstand Allianz Versicherungs-AG)
© Foto: Control-Expert

Plattformen sind das Herzstück der digitalen Revolution. Der Versicherer Allianz beteiligt sich nun mehrheitlich an einem führenden Anbieter für KI-gestützte Schadenregulierung im Fahrzeugbereich.

Der Allianz-Konzern schärft sein Profil bei der digitalen Kfz-Schadenabwicklung. Die Investitionssparte Allianz X strebt zusammen mit Allianz Deutschland eine Mehrheitsbeteiligung an Control-Expert an. Das gab die Unternehmen am Montag bekannt.

Man habe sich mit General Atlantic und anderen Anteilsinhabern von Control-Expert verbindlich auf eine Mehrheitsübernahme geeinigt, hieß es in einer Mitteilung. Der Erwerb müsse noch von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden. Über die Höhe der Beteiligung und des Kaufpreises wurden keine Angaben gemacht.

"Durch die Zusammenarbeit mit Control-Expert werden wir künftig die Kfz-Schäden deutlich schneller regulieren können", sagte Jochen Haug, Schadenvorstand bei der Allianz Versicherungs-AG, in München. "Außerdem freuen wir uns darauf, KI in der Schadenabwicklung, beispielsweise bei Bilderkennung und Betrugsabwehr, einzusetzen und unseren Kunden neue Services und maßgeschneiderte Angebote zur Verfügung zu stellen."

Control-Expert mit Sitz in Langenfeld ist auf KI-gestützte Schadenabwicklung im Fahrzeugbereich spezialisiert. Weltweit arbeiten die Rheinländer an 17 Standorten mit mehr als 130 Versicherern, Autohäusern, Werkstätten, Leasingfirmen und Autoherstellern zusammen. Die digitale Plattform "Postmaster" gilt als Branchenstandard, sie ermöglciht eine papierlose, standardisierte Kommunikation zwischen allen am Schadenprozess Beteiligten.

Erfahrung und Technologie

"Technische Anwendungen und Plattformen bekommen eine zentrale Bedeutung, wenn man die Chancen des digitalen Zeitalters nutzen will", erklärte Nazim Cetin, CEO von Allianz X. Man wolle die 130-jährige Erfahrung der Allianz in der Schadenregulierung mit der technischen Expertise von Control-Expert kombinieren und "auf diese Weise den Wandel in der Branche maßgeblich vorantreiben".

Den Angaben zufolge soll Control-Expert sein Geschäftsmodell und seine operationelle Eigenständigkeit beibehalten. Das gilt ebenso für Name, Marke, Identität und Kundenbetreuung.

"Die Allianz wird uns mit ihrer umfassenden Expertise und internationalen Ausrichtung dabei helfen, weiteres Wachstum in Deutschland und in den globalen Märkten zu erzielen", erklärte Control-Expert-Geschäftsführer Nicolas Witte. "So kommen wir unserer Vision, dass Autofahrer auf der ganzen Welt ihren Schaden noch am selben Tag fair ersetzt bekommen, ein großes Stück näher." Schaden- und Wartungsfälle könnten zukünftig noch schneller und einfacher abgewickelt werden. (rp)

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KOMMENTARE


Dettinger

11.03.2020 - 16:18 Uhr

Allianz hat wohl Lunte gerochen am System Control-Expert . Für geschädigte Autofahrer ist das i. d. R kein Gewinn, eher ein Verlust im Schadenfall. Einen Gewinn für geschädigte Unfallbeteiligte ist im System Control Expert gar nicht vorgesehen und ich habe auch noch nie einen sogenannter Prüfbericht, der eigentlich immer ein Kürzungsbericht ist, gesehen, der nicht zum Vorteil der Versicherer und damit zum Nachteil der Unfallgeschädigten war.


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