Petronas-Studie zur Werkstatt-Lage: Sorge vor Technik-Wandel und Personalnot

09.02.2026 09:23 Uhr | Lesezeit: 4 min
Petronas Fluid Technologie
Technologische Entwicklungen, Investitionskosten und Nachfolgesorgen prägen den Alltag vieler Betriebe. Besonders in Elektromobilität und Digitalisierung wird investiert, um zukunftsfähig zu bleiben. Ein Sorgenthema bleibt der Fachkräftemangel.
© Foto: Petronas

Unabhängige Kfz‑Werkstätten stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Eine EMEA‑weite Studie von Petronas Lubricants International zeigt: Technologische Veränderungen, Investitionskosten und Nachfolgesorgen prägen den Alltag in den Kfz-Betrieben. Gleichzeitig bleiben Qualität, Kundennähe und regionale Verwurzelung zentrale Stärken.

Petronas Lubricants International hat eine EMEA‑weite Studie zur Lage unabhängiger Kfz‑Werkstätten veröffentlicht. Befragt wurden dabei 800 Inhaber aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika, darunter Betriebe aus Deutschland, Frankreich, den Benelux‑Staaten, Polen, Italien, der Türkei, der iberischen Halbinsel sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Untersucht wurde, wie die Betriebe mit technologischem Wandel und strukturellen Veränderungen umgehen.

Deutschland: Sorgen um Kosten für Technik

Als größte Herausforderungen nennen die Befragten den technischen Fortschritt sowie die Suche nach Personal und Nachfolgern. In Deutschland sorgen sich Werkstätten weniger um den Wissenserhalt (34 Prozent), sondern vor allem um die Kosten neuer Technik (46 Prozent). Im EMEA‑Durchschnitt liegen diese Werte bei 44 beziehungsweise 41 Prozent. Auch die Ausbildung neuer Mitarbeiter wird hierzulande als größere Aufgabe gesehen.

Beim Generationswechsel ist für 91 Prozent der Befragten entscheidend, dass Standards und Reputation des Betriebs erhalten bleiben. Deutsche Inhaber betonen besonders Qualität und Detailgenauigkeit (43 Prozent), Kundennähe (40 Prozent) sowie ehrliche Geschäftspraktiken (36 Prozent). Als größte Hürden beim Übergang gelten die Suche nach geeigneten Nachfolgern und veränderte Kundenbedürfnisse.

Investitionen in Elektromobilität und Digitalisierung

Veränderungen im Kundenverhalten hängen laut Studie vor allem mit Elektromobilität und Digitalisierung zusammen. In den vergangenen zwölf Monaten investierten deutsche Betriebe vor allem in Diagnosesysteme für Elektrofahrzeuge (36 Prozent) sowie in digitale Tools (27 Prozent). Beide Werte liegen über dem EMEA‑Durchschnitt. Auch Partnerschaften mit spezialisierten Zulieferern gewinnen an Bedeutung.

Trotz Investitionen bleibt die Unsicherheit hoch. Mehr als die Hälfte der Befragten sorgt sich um die finanzielle Stabilität der nächsten Generation. Knapp die Hälfte sieht zudem Risiken bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder und Zielgruppen. Der eigene Qualitätsanspruch wird dabei als entscheidender Erfolgsfaktor gesehen, der auch künftig Bestand haben soll.

Werkstätten bleiben wichtige Arbeitgeber vor Ort

Die Studie zeigt zugleich die starke regionale Verankerung unabhängiger Betriebe. In Deutschland sehen sich 45 Prozent als wichtiger Arbeitgeber vor Ort, 60 Prozent als vertrauenswürdiger Dienstleister. Auch das Engagement in lokalen Vereinen und Veranstaltungen ist überdurchschnittlich ausgeprägt. Nachhaltiges Arbeiten und Ressourcenschonung gewinnen zusätzlich an Bedeutung.

"Für junge Einsteiger in die Branche sind der Wandel und die aktuelle Lücke eine große Chance", sagt Giuseppe Pedretti, Regional Managing Director EMEA bei Petronas Lubricants International. Neue Talente könnten etablierte Betriebe weiterentwickeln und die Transformation aktiv mitgestalten. Entscheidend sei, bewährte Standards mit neuen Anforderungen zu verbinden.

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