Cooler Flitzer für die Stadt

Obwohl seine Reichweite eher bescheiden ist, kann der elektrisch angetriebene Mini Cooper SE auf der ganzen Linie überzeugen. Mini-Fans bekommen einen flinken und agilen Cityflitzer mit viel Fahrspaß, guter Verarbeitungsqualität und typischem Mini-Design.


Datum:
20.11.2020
Autor:
Alexander Junk

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Beim ersten Start des neuen Mini SE kommt erst mal der Schock: Auf dem Display steht trotz vollgeladenem Akku eine Reichweite von unter 200 Kilometern. Das soll die mobile Zukunft sein? Können es die deutschen Automobilhersteller nicht? Diese Fragen stellt man sich unweigerlich, wenn man zuvor einen Tesla mit mehr als der doppelten Reichweite gefahren ist.

Großer Fahrspaß

Die Antwort ist jedoch ganz einfach: Der rein elektrische Mini ist nicht für lange Strecken konzipiert, sondern soll ein flinker Stadtflitzer sein. So wie auch seine Verbrenner-Kollegen, die weniger als 50 Kilometer pro Tag von meist weiblichen Fahrerinnen bewegt werden. Hier wäre es absolut kontraproduktiv, das ohnehin hohe Leergewicht des Autos von rund 1,4 Tonnen nochmals mit mehr Batteriezellen in die Höhe zu treiben und so die guten Fahreigenschaften zu verschlechtern.

Denn nach dem ersten Grübeln und der Suche nach dem Start-Schalter (der ist neongelb wie die Spiegel und befindet sich unter dem Mitteldisplay als cooler Kippschalter) macht sich Spaß pur breit. Angetrieben vom 184 PS starken Elektromotor des BMW i3s an der Vorderachse, spurtet der Mini ohne Verzögerung los und schafft es in 7,3 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde. Sehr vernünftig: Damit sich die Batterie nicht zu schnell leert, ist das Auto bei 150 Kilometer pro Stunde abgeregelt. Beim Fahren entwickelt sich richtiges Gokart-Feeling, das viele andere Stromer in den Schatten stellt. Es verwundert fast schon, wie sehr die Entwickler Wert auf ein ausgewogenes Fahrwerk gelegt haben. Das Auto liegt wie ein Brett auf der Straße, jede Kurve und erneutes Beschleunigen machen viel Spaß. Geht man mit dem Fuß vom Gaspedal, sorgt eine gute Rekuperation dafür, dass man so gut wie gar nicht die Bremse benutzen muss. Zumindest, wenn die höhere der maximal zwei Rekuperationsstufen gewählt ist.

Langsame Ladung

Gutes gibt es auch aus dem Innenraum zu berichten. Der Mini ist typischerweise gerade für die hinteren Insassen etwas eng, jedoch sind Verarbeitungsqualität und vor allem die Sitze erste Sahne. Die Bedienung ist zudem einfach und wie bei BMW lassen sich viele Funktionen über das Drehrad am Schalthebel bedienen. Ein Headup-Display, das Angaben wie Geschwindigkeit und Informationen auf der Windschutzscheibe einblendet, ist ebenfall an Bord. Die Designer haben auch viel Liebe zum Detail bewiesen: Das Erkennungszeichen des Mini, der Union Jack, findet sich sowohl standesgemäß in den Heckleuchten als auch als Zierde auf dem Handschuhfach. Um das Zentraldisplay findet sich zudem ein LED-Ring mit wechselnden Farben - je nach Fahrmodus.

Etwas Ernüchterung machte sich jedoch beim Stromtanken breit. Während die Schnellladung an entsprechenden Säulen reibungslos funktionierte, stoppte das Auto an AC-Wallboxen mal ohne Vorwarnung die Ladung oder startete sie erst gar nicht. Erst nach erneutem Ein- und Ausstecken funktionierte es. Die Dauer der Ladung verriet uns zudem, dass das Auto niemals dreiphasig, sondern stets einphasig lädt - trotz gegenteiliger Aussage in den technischen Daten. So lässt sich der Mini aufgrund der relativ kleinen Batterie mit 32,6 kW/h zwar trotzdem an einem Arbeitstag vollladen, jedoch sollte das schneller gehen. Ebenfalls ein Wermutstropfen ist der Preis des Mini: Rund 40.000 Euro für unsere Testwagenausstattung (Startpreis liegt bei 32.500 Euro) sind ein stolzer Preis.

Auto-Check

+- Agiles Fahrverhalten- Leistungsstarker Motor- Gute Verarbeitungsqualität- Head-up-Display-- Geringe Reichweite- Teurer Anschaffungspreis

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