Die Geschichte der Verkehrssteuerung in Frankfurt beginnt mit einem kurzen Auftritt: Vor 100 Jahren wurde in der Festhalle die erste Ampel der Stadt präsentiert. Heute steht das Jubiläum exemplarisch für den technologischen Wandel bis hin zu vernetzten, softwarebasierten Mobilitätssystemen – ein Thema, das auch die Automechanika Frankfurt 2026 prägen wird.
Früher Start mit holprigem Verlauf
Erstmals gezeigt wurde die Lichtsignalanlage im April 1926 auf der "Verkehrsregelungsschau". In den regulären Straßenbetrieb ging sie allerdings erst vier Jahre später: Am 7. April 1930 nahm die Ampel an der Kreuzung Kaiserstraße/Neue Mainzer Straße ihren Betrieb auf – zunächst noch unter manueller Steuerung durch einen Verkehrspolizisten.
Die Praxis erwies sich jedoch als schwierig. Der Beamte hatte den Überblick oft nicht, da er von Schaulustigen umringt war. Bereits nach einer Woche wurde die Anlage auf festen Zeitbetrieb umgestellt. Auch das löste die Probleme nicht nachhaltig: Die hoch angebrachte Hängeampel war für viele Autofahrer schwer zu erkennen, Unfälle häuften sich. 1937 wurde die Anlage wieder entfernt.
Vom Einzelgerät zum zentral gesteuerten System
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten Ampelanlagen nach Frankfurt zurück. Ab 1951 wurden sie wieder eingesetzt, in den sechziger Jahren folgte der Einstieg in die elektronische Steuerung. Mit der Eröffnung der Verkehrsleitzentrale 1992 wurde schließlich eine zentrale Koordination der Signalanlagen erreicht.
Die Entwicklung von den mechanischen Anfängen hin zu digital vernetzten Systemen spiegelt den grundlegenden Wandel der Mobilität wider. Heute sind Fahrzeuge und Infrastruktur zunehmend miteinander verbunden, Daten spielen eine zentrale Rolle für Sicherheit und Effizienz im Verkehr.
Automechanika nimmt Elektronik und Software in den Fokus
Diesen Wandel greift auch die Automechanika Frankfurt auf, die vom 8. bis 12. September 2026 stattfindet. Im Mittelpunkt stehen Lösungen aus den Bereichen Elektrik und Elektronik, darunter Motorelektronik, intelligente Lichtsysteme und komplexe Bordnetzarchitekturen.
Rund 200 Aussteller präsentieren ihre Entwicklungen in Halle 4.1. Ergänzend rücken Themen wie Komfortelektronik, E-Powertrain-Technologien, Batteriesysteme sowie Ladeinfrastruktur und Energiemanagement in den Fokus. Damit knüpft die Messe an die historischen Anfänge der elektrischen Verkehrssteuerung an – und richtet den Blick auf die nächste Entwicklungsstufe vernetzter Mobilität.