VDA warnt vor Abwanderung von Stellen ins Ausland: "Die Stimmung ist schlecht, die Lage noch schlechter!"

27.04.2026 08:37 Uhr | Lesezeit: 2 min
Hildegard Müller; VDA
VDA-Präsidentin Hildegard Müller: "Die Stimmung ist schlecht, die Lage ist noch schlechter".
© Foto: VDA / Roland Horn

Deutschlands Autobranche steht unter Druck: Der VDA nimmt schlechte Stimmung wahr und hält die Lage für noch schlechter. Was der Verband fordert und wie Unternehmen Stärken anderer Märkte nutzen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt im Hinblick auf Deutschlands Konkurrenzfähigkeit vor einem Verlust inländischer Arbeitsplätze. Der Interessenverband erlebe eine zunehmende und umfangreiche Verlagerung von Beschäftigung, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller in Peking am Rande der Messe "Auto China 2026". "Die schlechte Stimmung in Deutschland ist immer noch besser als die tatsächliche wirtschaftliche Lage. In anderen Worten: Die Stimmung ist schlecht, die Lage ist noch schlechter", sagte sie.

Der Verband kritisiert mangelndes Handeln der Politik. Besonders für die Zulieferer sei die Lage "dramatisch". "Hier geht es um tausende Arbeitsplätze, um die Stabilität und Entwicklung ganzer Regionen in Deutschland", sagte Müller. Man brauche Reformen bei Energiekosten, Steuerbelastung, Bürokratieaufwand oder Arbeitskosten, damit Deutschland ein attraktiver Produktionsstandort bleiben könne.

VDA fordert Reformen

72 Prozent der Zulieferer wollten eigentlich geplante Investitionen in Deutschland verschieben, erklärte Müller unter Verweis auf eine im Februar veröffentlichte Umfrage. 28 Prozent davon wollten Investitionen ins Ausland verlagern, 19 Prozent streichen und 25 Prozent verschieben. 

Mit Blick nach Fernost und auf die schnelle Technik-Entwicklung im weltgrößten und für Deutschlands Autobauer wichtigen Einzelmarkt China fordert Müller, die Regulatorik in Deutschland und Europa anzupassen, um etwa im Bereich Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz oder beim autonomen Fahren eine "entsprechende Innovationsgeschwindigkeit" aufnehmen zu können. 


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Volkswagen will Stärken Chinas nutzen

Volkswagens China-Chef Ralf Brandstätter verwies auf die Analyse des Konzerns 2023, dass Chinas industrielles Ökosystem für intelligente, vernetzte Elektrofahrzeuge überlegen sein werde, der Wettbewerb wachsen und sich E-Mobilität schneller durchsetzen werde als erwartet. Die Frage sei gewesen, was zu tun sei, um in dem Markt weiter eine Rolle zu spielen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Messe.

"Wenn man im größten, wettbewerbsintensivsten Markt mit der höchsten Innovationsgeschwindigkeit keine Rolle mehr spielt, dann hat man es auch global schwer", sagte Brandstätter. Volkswagen wolle von den Stärken des Marktes profitieren. Vor dem Messestart hatte Volkswagen angekündigt, nach Jahren der Fokussierung auf den chinesischen Markt zukünftig in China entwickelte Fahrzeuge auch in den Globalen Süden exportieren zu wollen. Der Konzern will so Märkte erschließen, in denen er zuvor unterrepräsentiert war.

 

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