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Roland Berger: Corona verstärkt Abwärtsspirale bei Zulieferern

Die Automobilzulieferer verlieren laut einer Studie im Vergleich zum Vorjahr rund 15 bis 20 Prozent ihres Umsatzes.
© Foto: picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

Die Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert der Zulieferindustrie in einer Studie einen längerfristigen Abwärtstrend, der zu einer Konsolidierung der Branche führe. Ähnlich wie nach der Finanzkrise gebe es jedoch auch die Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

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Die Umsätze der Automobilzulieferer brechen 2020 global im Schnitt um 15 bis 20 Prozent ein. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Roland Berger in ihrer "Global Automotive Supplier Study 2020". Darin untersucht das Unternehmen zusammen mit der US- Investmentbank Lazard die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf rund 600 weltweit aktive Zulieferer. Neben dem Umsatz ist der Studie zufolge auch die operative Gewinnmarge unter Druck. Im ersten Halbjahr 2020 sei diese auf 1,7 Prozent gefallen.

Dabei verstärkt die Corona-Pandemie nach Ansicht der Studienautoren einen ohnehin vorhandenen Abwärtstrend, da der technologische Wandel hin zu Elektromobilität, zum autonomen Fahren und zur Digitalisierung des Autos die Branche bereits seit einer Weile belastet. Aktuell sei trotz der schwierigen Rahmendaten aber dennoch ein "versöhnliches Jahresende" in Sicht, glaubt Felix Mogge, Partner bei Roland Berger. "Die Automobilzulieferer können sich vor allem dank des schnellen Aufholprozesses in China finanziell stabilisieren", so Mogge.

Banken halten sich mit Krediten zurück

Bis sich die Branche von der Krise erholt, werde es aber noch eine Weile dauern. Roland Berger rechnet erst für 2026 damit, dass der Verkaufsrekord von 94,3 Millionen Fahrzeugen aus dem Jahr 2017 wieder erreicht wird. Das aber wirke sich negativ auf die Bonität der Unternehmen aus und führe bei den Banken zu Zurückhaltung bei der Kreditvergabe. "In den vergangenen Monaten mussten sich viele Zulieferer mit der Abstufung ihrer Bonität am Finanzmarkt auseinandersetzen. Das hat den finanziellen Druck weiter erhöht", erklärt Christof Söndermann, Managing Director bei Lazard.

Nach Ansicht der Studienautoren ist die aktuelle Situation mit der Finanzkrise 2008 und 2009 vergleichbar. Nach dieser hätten einige Zulieferer überdurchschnittlich profitiert. Die Erfolgsrezepte von damals seien deshalb auch jetzt empfehlenswert. Um zu den langfristigen Gewinnern der Krise zu gehören, rät die Unternehmensberatung den betroffenen Unternehmen daher, die Markt- und Technologieführerschaft auf ihrem Geschäftsfeld anzustreben. Zudem sei ein kohärentes, in sich schlüssiges Produktportfolio, das Synergieeffekte bringe, ebenso nötig, wie eine entsprechende Unternehmensgröße, die den Zugang zum Kapitalmarkt sichere. Zum Erfolg sei es zudem unbedingt erforderlich, einmal getroffene Entscheidungen auch konsequent umzusetzen.

Letztendlich werden jedoch nicht alle Unternehmen die Doppelbelastung aus Corona und technologischem Wandel meistern, glaubt Felix Mogge. Er rechnet daher mit einer Konsolidierung der Branche. (aw)

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