Die Friedrichshafener aus der Division Commercial Vehicle Solutions (CVS) zeigen auf ihrem IAA-Stand in Halle 21 ein skalierbares Rundum-Sicherheitskonzept, das weit über bisher eingesetzte Fahrer-Warnsysteme hinausgeht und eine aktive Kollisionsvermeidung möglich macht. Und zwar von ganz vorne bis ganz hinten: Dank des sogenannten Truck-Trailer-Links, einer schnellen Ethernet-Kommunikationsschnittstelle, wird der Anhänger in das 360-Grad-Wahrnehmungssystem mit eingebunden. Das schafft in allen Fahr- und Rangiersituationen mehr Sicherheit – von der Autobahn über den Stadtverkehr bis zum Betriebshof.
"Die langfristige Vision für Nutzfahrzeuge bleibt klar: mehr Sicherheit im gewerblichen Transport, geringere Emissionen und zunehmend intelligente Fahrzeuge", sagt ZF-Vorstand Andreas Moser, der Leiter der Divisionen Commercial Vehicle Solutions und Industrietechnik. Das Tempo der Transformation unterscheide sich jedoch erheblich je nach Region, Anwendung und Kundenanforderung. Deshalb biete ZF die richtigen Technologien für ihre jeweiligen Transformationspfade an.
Basis des auf Skalierbarkeit und zukünftige regulatorische Anforderungen ausgelegten Komplettschutzes ist das OnGuardMAX-System von ZF. Das erfüllt zum einen die gesetzlichen Vorschriften für das Anfahrwarnsystem (MOIS) und das Totwinkel-Warnsystem (BSIS). Darüber hinaus wird aber auch aktiv ein Bremsvorgang eingeleitet, um etwa einen Zusammenstoß mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern zu verhindern. Ein Rückfahrassistenzsystem greift im Fall eines Falles ein, um sicheres Rangieren zu unterstützen. Der Rescue Assist weist auf Einsatzfahrzeuge im Umfeld hin, die mit Sondersignal unterwegs sind. Und das Driver Monitoring System (DMS) greift bei erkennbarer Ermüdung des Menschen am Lenkrad aktiv ein.
Im Bereich Hardware zeigt ZF unter anderem als Weltpremiere die Euro-7-konforme Luftscheibenbremse der nächsten Generation mit Einzelkolben, die eine verbesserte Leistung mit weniger Bremsstaubemissionen kombinieren soll. Unter dem Namen TraXon 2 Hybrid stellen die Friedrichshafener ein seriennahes Nutzfahrzeuggetriebe für den sanften Einstieg der Fernverkehrs-Branche in die Elektromobilität vor. Dabei wird die bewährte Getriebeplattform unter Strom gesetzt, je nach Einsatzszenario als Voll- oder als Plug-in-Hybrid. Letzterer verfügt über eine 190 kW starke elektrische Maschine, die in Kombination mit einem 100-kWh-Akku eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und eine rein elektrische Reichweite von rund 80 Kilometern ermöglicht. Die CO2-Ersparnis gegenüber einem konventionellen Verbrenner-Lkw: bis zu 28 Prozent. Bei ZF geht man von einem TraXon 2 Hybrid-Start im Jahr 2030 aus.