Das Ergebnis beruht auf einer Analyse der Engpässe aller Antriebstechnologien. Über 500 Wasserstoff und E-Fuels-Projekte sind weltweit angekündigt, mehr als 120 Unternehmen wollen die Produktion von E-Fuels bis 2030 hochfahren. E-Fuels sind erneuerbare Kraftstoffe, hergestellt aus grünem Strom, Wasser und CO2 aus Luft, und sind neben der Elektromobilität grundlegend für einen klimaneutralen Verkehr und in der Industrie.
Als Basis der Untersuchung dient eine Folgenabschätzung der EU-Kommission für die Klimaziele 2040. Die EU-Kommission geht davon aus, dass 2040 noch rund 37 Prozent der PKW, 62 Prozent der LKW und mehr als 80 Prozent der Schiffe und Flugzeuge auf flüssige Kraftstoffe angewiesen sein werden.
Ab 2040: Bedarf an flüssigen Kraftstoffen noch größer als angenommen
Trotz des Hochlaufs der Elektromobilität wird über die Hälfte des Energiebedarfs im Jahr 2050 mit flüssigen Kraftstoffen gedeckt. Die Studie untersucht diesen Bedarf auf Basis von industriellen Engpässen bei Elektromobilität, E-Fuels und Wasserstoff. Die Engpass-Analyse verdeutlicht, dass die von der EU prognostizierten Szenarien für den Hochlauf der Elektromobilität kurzfristig aufgrund von zu geringen Verfügbarkeiten bestimmter Rohstoffe, wie zum Beispiel Nickel oder Lithium, sowie langfristig wegen mangelnden Ausbau des Stromnetzes nicht realistisch sind. Der Bedarf an flüssigen Kraftstoffen im gesamten Verkehrssektor ist ab 2040 damit noch größer als von der EU-Kommission angenommen und gefährdet das Erreichen der Klimaziele.
Wird das volle industrielle Potenzial ausgeschöpft, könnte der EU-Markt für E-Fuels bis 2045 ein Volumen von mehr als 200 Milliarden Litern Benzinäquivalent erreichen. Das Potenzial ist damit größer als die benötigte Nachfrage nach erneuerbarem Kraftstoff in der EU. Eine Verteilproblematik zwischen Luft- und Schifffahrt sowie dem Straßenverkehr bestünde nicht. Die Studie geht davon aus, dass bei voller Produktion auch der Bestand mit E-Fuels betankt werden kann. Damit können die Klimaziele trotz verlangsamten Hochlaufs der Elektromobilität erreicht werden.
"Gelingt der EU die Elektromobilität wie geplant auszurollen, kann unsere Industrie fossile Kraftstoffe noch vor 2050 aus dem Markt verdrängen. Airlines, Reedereien und Autofahrer müssen keine Verteilkämpfe fürchten. Bezahlbar werden E-Fuels durch die industrielle Produktion und die erreichen wir bis 2045, wenn die Politik das ermöglicht. Unsere Industrie steht bereit", sagt Ralf Diemer, Hauptgeschäftsführer der E-Fuel Alliance.