Europas Autohersteller kommen ihren CO2-Flottenzielen näher. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Branche nach Anrechnung der zulässigen Gutschriften im Durchschnitt genau auf dem für dieses Jahr errechneten Soll, wie die Umweltorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) ermittelt hat.
Für die letztlich bei eventuellen Strafen entscheidende Mehrjahresbilanz besteht allerdings noch Nachholbedarf: Von Januar 2025 bis Juni 2026 kamen die Herstellerpools im Mittel auf rund 95 Gramm CO2 je Kilometer. Das sind knapp zwei Gramm mehr als der durchschnittliche Zielwert für die Jahre 2025 bis 2027.
Auf Kurs liegen nach Berechnungen des Umweltforschungsinstituts die Pools von BYD, Nissan, Tesla, Mercedes-Benz, Toyota, BMW und Kia. Mercedes-Benz unterschreitet seinen individuellen Zielwert im bisherigen Abrechnungszeitraum um drei Gramm, Toyota und BMW jeweils um zwei Gramm sowie Kia um ein Gramm je Kilometer. BYD, Nissan und Tesla verfügen ebenfalls über einen Puffer.
Noch oberhalb ihrer Vorgaben liegen der Renault-Konzern, Stellantis, SAIC, Hyundai und Volkswagen. Am weitesten entfernt ist weiterhin der Volkswagen-Pool mit Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat/Cupra und Porsche. Dessen Flottenwert übersteigt das Ziel um sieben Gramm je Kilometer.
Mehrjahreswertung entscheidet erst 2027
Auch für die Norddeutschen ist aber noch Zeit: Ob die Hersteller ihre Vorgaben wirklich erfüllen, wird erst Ende 2027 anhand des Durchschnitts der Jahre 2025 bis 2027 bewertet. Überschreitungen in einem Jahr können daher durch bessere Werte in einem anderen ausgeglichen werden.