Besitzumschreibungen: Auch GW-Markt im April eingebrochen

Von Januar bis April verzeichnet das KBA 16,7 Prozent weniger Pkw-Besitzumschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
© Foto: dpa/Sascha Steinach

Nicht nur der Neuwagen-, sondern auch der Gebrauchtwagenmarkt hat im April stark unter der Corona-Krise gelitten. Die Zahl der Besitzumschreibungen im Pkw-Bereich sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 44,4 Prozent.


Datum:
08.05.2020
Lesezeit: 
3 min

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Dass die Pkw-Neuzulassungen wie auch -Besitzumschreibungen im April ein deutliches Minus verzeichnen werden, war zu erwarten. Mit Spannung wurde jedoch erwartet, wie groß der Einbruch sein werde. Nun liegen die Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) vor: Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen fiel im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 44,4 Prozent auf 352.519 Einheiten. Gegenüber dem Vormonat März bedeutet dies ein Minus von 23,8 Prozent. Für den Zeitraum von Januar bis April verzeichnet das KBA 2.013.254 Besitzumschreibungen im Bereich Pkw, ein Rückgang von 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der deutsche Neuwagenmarkt ist im April noch deutlicher eingebrochen. 120.840 Pkw-Neuzulassungen entsprechen laut KBA einem Rückgang von 61,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert liegt der Markt bei 822.202 Einheiten, 31 Prozent weniger als in den ersten vier Monaten 2019.

Angesichts der desaströsen Zulassungszahlen im April hat der Vorstand des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) seine Forderung nach einer schnell wirksamen Kaufprämie bekräftigt. "Das Minus von 61,1 Prozent bei den Neuzulassungen und 44,4 Prozent bei den Gebrauchtwagen ist für die deutsche Leitbranche eine Katastrophe", betont ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. "Nach fünf Wochen Corona-Lockdown steht der Autohandel mit dem Rücken zur Wand." Deshalb mahnt er konsequentes und schnelles Handeln bei dem von der Bundesregierung bis Anfang Juni angekündigten Konjunkturprogramm an.

"Überlebensperspektive geben"

"Es geht darum, den in ihrer Existenz bedrohten kleinen und mittelständischen Autohäusern und Kfz-Betrieben mit ihren 450.000 Beschäftigten eine Überlebensperspektive zu geben." Bei den Händlern seien viele hunderttausend umweltfreundliche und extrem schadstoffarme Fahrzeuge sofort verfügbar. "Eine Kaufprämie muss saubere Diesel und Benziner der aktuellen Schadstoffnormen Euro 6d-Temp und Euro 6d einbeziehen, auch als junge Gebrauchtfahrzeuge und Nutzfahrzeuge." Gerade die vielen jungen Gebrauchten auf den Höfen des Handels würden sonst gegenüber Neuwagen preislich unattraktiv und damit unverkäuflich. Auf Basis modernster Motorentechnik mit hoch wirksamen Systemen der Schadstoffreduzierung sei die Prämie außerdem ein wirksamer Beitrag zum Umweltschutz. "Diese sauberen Fahrzeuge stehen sofort bereit. Der Handel braucht jetzt einen kräftigen Schub für den Neustart, um zu überleben", betont Karpinski.

Eine ebenfalls ins Spiel gebrachte Förderbeschränkung auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, für die es ohnehin bereits einen deutlich erhöhten Umweltbonus gebe, könne diesen Anschub aufgrund fehlender Stückzahlen und langer Lieferfristen nicht bringen. "Bevor das auch nur anfinge zu wirken, wären viele Händler längst pleite", so der ZDK-Präsident. (AH)

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