Mit dem Torcal hat die britische Traditionsmarke Bentley ihr erstes Elektroauto vorgestellt. Das rund fünf Meter lange Crossover-Modell ist technisch mit dem elektrischen Cayenne von Porsche verwandt. Optisch markiert der Torcal einen Aufbruch, greift zugleich aber typische Merkmale der Marke auf. Dazu gehört ein beleuchteter "Diamantgrill", der die klassische Kühlerfront eines Verbrenners neu interpretiert.
Für Vortrieb sorgen zwei permanent erregte Synchronmotoren. Die Basisversion leistet 604 kW / 821 PS und stellt 1.194 Newtonmeter Drehmoment bereit. Damit beschleunigt der Torcal in 3,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht maximal 250 km/h. Einen endgültigen deutschen Preis nennt Bentley noch nicht, stellt aber rund 200.000 Euro in Aussicht. Der Torcal S mit 653 kW / 888 PS und 1.350 Newtonmetern dürfte rund 232.000 Euro kosten. Mit Launch Control absolviert er den Standardsprint in 2,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 260 km/h.
Eine Besonderheit ist die künstlich erzeugte Klangkulisse des Antriebs. Statt lediglich einen Verbrennungsmotor elektronisch zu imitieren, hat Bentley für die „Dynamic Symphony“ unter anderem Schlagzeug, Bratsche und Bassgitarre aufgenommen. Rhythmisch orientiert sich der Sound am Klangbild der markentypischen V8-Motoren. Im Sport-Modus wird die akustische Begleitung intensiver, auf Wunsch lässt sie sich vollständig abschalten.
Bentley Torcal (2027)
Wie beim Cayenne Electric ist der 113 kWh große Netto-Akku in eine 800-Volt-Architektur eingebunden. Bentley stellt bis zu 600 Kilometer Reichweite in Aussicht. An entsprechend leistungsfähigen Schnellladesäulen sind bis zu 400 kW möglich. Für den Ladesprint von 10 auf 80 Prozent nennt der Hersteller 16 Minuten. Sieben Minuten am Schnelllader sollen Strom für weitere 161 Kilometer liefern.
Hinterachslenkung ist Serie
Auch beim Fahrwerk fährt Bentley einiges auf. Zum Einsatz kommt eine vollaktive Federung mit einzeln regelbaren Zwei-Ventil-Dämpfern. Sie übernehmen zugleich die Wankstabilisierung, klassische Querstabilisatoren sind damit überflüssig. Serienmäßig ist eine Hinterachslenkung mit bis zu fünf Grad Lenkwinkel an Bord, die den Wendekreis auf 11,1 Meter reduziert. Hinter den mindestens 21 Zoll großen Rädern arbeiten vorne 42 und hinten 37 Zentimeter große Bremsscheiben. Optional gibt es eine Keramikbremse mit 44 Zentimeter großen Scheiben.
Im Innenraum kombiniert Bentley gebogene OLED-Displays mit klassischen Schaltern. Neu im Materialangebot ist unter anderem ein Bezug aus 100 Prozent Merinowolle. Hinzu kommen spezielle Holz- und Aluminiumoberflächen. Die Vordersitze verfügen serienmäßig über elektrische Verstellung, Belüftung und Massagefunktion.
Türen öffnen und schließen sich automatisch
Zu den weiteren Technikdetails zählen ein Augmented-Reality-Head-up-Display und eine Gesichtserkennung, über die persönliche Einstellungen automatisch übernommen werden können. Außerdem verfügt der Torcal über vier elektrisch betätigte Türen mit Radarsensoren, die sich selbstständig öffnen und schließen können. Insgesamt 25 Kameras, Radar- und weitere Sensoren liefern Umgebungsdaten für die Assistenzsysteme.
Das Gepäckabteil fasst 460 Liter, unter der Fronthaube kommen weitere 90 Frunk-Liter hinzu. Die dreisitzige Rückbank lässt sich erstmals bei einem Bentley elektrisch umklappen.