"Die deutsche Wirtschaft steckt weiter in der Krise. Neben neuen außenpolitischen Hiobsbotschaften, wie der blockierten Straße von Hormus, warten wir im Inland weiter auf spürbare wirtschaftliche Reformen, die dieses Land wirtschaftlich wiederbeleben", lässt der Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) via Pressestatement wissen. Weder für das erste Quartal 2026 noch für den weiteren Jahresverlauf sehen die befragten Mitglieder eine gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Auch die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent gesenkt. Externe Faktoren wie geopolitische Spannungen sowie ausbleibende wirtschaftspolitische Impulse bremsen derzeit die Dynamik.
Freier Markt zeigt überraschende Erholung
Trotz des schwierigen Umfelds hat sich der freie Markt laut GVA zum Ende des ersten Quartals spürbar belebt. Nach einem schwachen Jahresstart mit verhaltenen Januar- und Februarwerten setzte im März eine deutliche Erholung ein. Insbesondere Nachholeffekte haben dazu geführt, dass sich die Entwicklung innerhalb weniger Wochen spürbar verbessert hat. Laut GVA konnten rund 60 Prozent der Mitgliedsunternehmen ihre Umsätze im ersten Quartal steigern. Der freie Autoteile-Großhandel legte nominal um 4,9 Prozent zu.
Gebrauchtwagenmarkt zieht langsam an
Ein zentraler Treiber für die Verbesserung war der Gebrauchtwagenmarkt. Im März 2026 wechselten rund 605.000 Pkw den Besitzer – ein Plus von 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit konnte das Minus aus den Vormonaten deutlich reduziert werden. Für das gesamte erste Quartal lag der Rückgang bei nur noch 1,6 Prozent. Aber: Die Zahlen zeigen eine klassische Frühjahrsbelebung des Marktes, die durch aufgeschobene Kaufentscheidungen zusätzlich verstärkt wurde.
Auch im Nutzfahrzeugsegment zeigte sich im März eine Aufholbewegung. Rund 41.865 Lkw wechselten den Besitzer, was einem Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Damit konnten die schwachen ersten beiden Monate nahezu ausgeglichen werden. Für das erste Quartal ergibt sich lediglich ein leichtes Minus von 0,4 Prozent. Die Entwicklung signalisiert auch im gewerblichen Bereich eine stabilisierende Nachfrage.
Optimismus trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Trotz der insgesamt angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation blicken viele Unternehmen im freien Teilemarkt vorsichtig optimistisch nach vorne. Knapp 70 Prozent der GVA-Mitglieder rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit steigenden Umsätzen. Die Zahlen zeigen: Der freie Markt reagiert flexibel auf Nachfrageverschiebungen und kann Schwächephasen zumindest teilweise kompensieren. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit von äußeren Einflüssen hoch.