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Autonomes Fahren: Fahrerüberwachung leicht auszutricksen

Die Kamera im Subaru Forester lässt sich nicht ganz so leicht überlisten wie andere Systeme.
© Foto: Subaru

Wer beim teilautomatisierten Fahren den Blick von der Straße oder die Hände vom Steuer nimmt, muss mit elektronischem Protest rechnen. Es sei denn, der Fahrer trickst.


Datum:
09.02.2022
Autor:
Holger Holzer/SP-X
Lesezeit: 
3 min
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Die Fahrerüberwachungssysteme beim teilautomatisierten Fahren sind leicht auszutricksen. Das hat der amerikanische Automobilclub AAA bei einem Praxistest von vier verschiedenen Pkw-Modellen herausgefunden. Besonders einfach sind demnach Systeme zu umgehen, die mit Bewegungssensoren am Lenkrad überprüfen, ob der Fahrer mindestens eine Hand am Steuer hat.

Die Testfahrer sollten beim Täuschen der Überwachungstechnik die Hände vom Lenkrad nehmen und den Blick auf die Mittelkonsole richten. Unterschiedliche Kopfpositionen und Blickrichtungen waren bei den Täuschungsversuchen genauso erlaubt wie kurze Berührungsimpulse am Lenkrad. Werkzeuge oder ähnliche Hilfsmittel durften jedoch nicht verwendet werden.

Systeme lassen sich zum Narren halten

Im Ergebnis schafften es die Prüfer, die Lenkrad-Systeme für bis zu 5,65 Minuten zum Narren zu halten, was bei der gefahrenen Geschwindigkeit einer Strecke von knapp zehn Kilometern entspricht. Kamera-basierte Systeme, die den Fahrer optisch überwachen, ließen sich hingegen nur maximal 2,25 Minuten täuschen. Im Schnitt erkannten die Video-Sensoren eine Ablenkung 50 Sekunden früher als die mit Lenkrad-Detektion. Beide Varianten ließen sich bei Warnungen jedoch vom Fahrer komplett ignorieren, schalteten sich weder ab noch brachten das Fahrzeug zum Stehen.

Beide Systeme lassen sich austricksen, wenn es der Fahrer darauf anlegt. Die Kamera-Technik ist dem AAA zufolge aber deutlich schwerer zu überlisten. Der Verein rät den Autoherstellern vor dem Hintergrund der Ergebnisse, sich bei ihren Modellen für das Kamera-System zu entscheiden. Zudem sollten die Hersteller die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Systeme klar kommunizieren, um nicht den Eindruck zu erwecken, es handele sich um einen Autopilot. Getestet wurden die auch in Europa erhältlichen Modelle Subaru Forester, Hyundai Santa Fe und Tesla Model 3 sowie der nicht importierte Cadillac Escalade.

Fahrer-Monitoring-Systeme werden bald Pflicht

Die Fahrer-Überwachung spielt vor allem beim sogenannten hochautomatisierten Fahren auf Stufe 2 eine Rolle, das aktuell die meisten neuen Pkw-Modelle beherrschen. Dabei übernimmt das Auto das Lenken, Gasgeben und Bremsen, der Fahrer muss jedoch den Verkehr ständig im Blick behalten. Einige Hersteller schalten die Funktion als "Müdigkeitsüberwachung" auch bereits während der normalen Fahrt scharf. Ein Vorgehen, dass sich künftig durchsetzen dürfte - denn ab 2022 sind Fahrer-Monitoring-Systeme für neue Pkw-Typen vorgeschrieben, ab 2024 in allen Neuwagen Pflicht.

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