Der Online-Ersatzteilhändler Autodoc ist auch 2025 auf Wachstumskurs geblieben. In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld legte das Berliner Unternehmen bei Kunden, Bestellungen und Sortiment deutlich zu – getragen von einer starken Online-Nachfrage, ausgebauter Logistik und einer alternden Fahrzeugflotte in Europa.
Die Zahl der Bestellungen stieg im vergangenen Jahr um 12,4 Prozent auf 18,9 Millionen, wie Autodoc mitteilte. Gleichzeitig erreichte die Zahl der aktiven Kunden mit 9,3 Millionen einen neuen Höchststand, ein Plus von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt zählt Autodoc seit der Gründung 2008 inzwischen mehr als 30 Millionen Kunden.
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"Unser Erfolg bei der Digitalisierung, der Stärkung unserer Logistik und der Sortimentserweiterung spiegelt sich nun klar in unseren Kennzahlen wider", sagte Dmitri Zadorojnii, CEO der Autodoc SE. "Stillstand ist für uns keine Option."
Auch beim Absatz verzeichnete das Unternehmen deutliche Zuwächse. Die Zahl der verkauften Artikel wuchs um 10,7 Prozent auf 72,5 Millionen. Möglich wurde dies unter anderem durch optimierte Logistikprozesse: "Dank der optimierten Logistik verließen im vergangenen Jahr durchschnittlich 200.000 Artikel täglich unsere Warenlager", so Zadorojnii weiter. Besonders gefragt waren demnach Reifen, Bremsscheiben, Motoröl, Bremsbeläge und Stoßdämpfer.
Eigenmarken gewinnen an Bedeutung
Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt das ausgebaute Eigenmarkengeschäft. 17,7 Millionen Artikel der Marken Ridex, goCORE und Stark setzte Autodoc 2025 ab. Ridex war dabei die meistverkaufte Marke insgesamt. Parallel wuchs das Eigenmarken-Sortiment um 13,9 Prozent auf mehr als 720.000 Artikel. Insgesamt bietet Autodoc inzwischen 7,8 Millionen Produkte von rund 2.700 Markenherstellern an – ein Zuwachs von 16,2 Prozent binnen eines Jahres.
Für Finanzvorstand Lennart Schmidt ist der Trend klar: "Autodoc wächst vor allem deshalb, weil immer mehr Kunden ihre Fahrzeugteile online statt offline kaufen." Hinzu komme ein günstiges Marktumfeld. Eine alternde Fahrzeugflotte und längere Haltedauern sorgten für anhaltend hohe Nachfrage nach Reparatur- und Wartungsteilen. "Dies wird unser Geschäftsmodell nachhaltig stützen", sagte Schmidt.
Europa als Wachstumsmotor
In Europa legte Autodoc insbesondere in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien und den Niederlanden zu. Die DACH-Region und Frankreich blieben die absatzstärksten Märkte. Rückenwind erhält das Geschäftsmodell auch durch strukturelle Entwicklungen: Das Durchschnittsalter der europäischen Pkw- und leichten Nutzfahrzeugflotte liegt derzeit bei 11,4 Jahren – mit steigender Tendenz.
Zugleich baut Autodoc seine digitale Reichweite weiter aus. Die App des Unternehmens wurde 2025 mehr als 15 Millionen Mal heruntergeladen, seit dem Start 2016 summieren sich die Installationen auf rund 141 Millionen. Vertrieblich setzt Autodoc auf einen breiten Ansatz – über App, Online-Shops, den Autodoc Marketplace sowie externe Plattformen.