Samstag, 24.08.2019
Verkehrsblatt IVW
18.04.2019

¬ Porsche 911 Speedster

Zurück zu den Wurzeln

Große Verwandtschaft zum Carrera 4 Cabriolet, Fahrwerk vom GT3.
© Foto: Porsche

Von Peter Weißenberg/SP-X

Wo, wenn nicht hier: In New York zeigt Porsche jetzt seinen neuesten Speedster. Folgerichtig. Denn dieses Modell des 911 ist eigentlich das amerikanischste aller Autos Made in Zuffenhausen. Den ersten Speedster von 1954 gab es anfangs sogar ausschließlich in den USA zu kaufen - auf Wunsch des dortigen Generalimporteurs.

Hollywood-Legende James Dean etwa hatte einen - mit Steckscheiben, Schalensitzen und der typischen extraflachen und stärker geneigten Frontscheibe. Für umgerechnet knapp 6.000 Euro - dem eineinhalbfachen des damaligen Durchschnittsjahresgehaltes. Auch für heutige Stars wie Jerry Seinfeld wird es teuer. Der Comedystar und leidenschaftliche Porsche-Sammler hat sich schon einen Speedster gesichert. Knapp 270.000 Euro wird ihn der Spaß kosten; immerhin gibt es einen exklusiven Chronografen im Speedster-Design gratis dazu. Bis auf die roadstertypischen Steckscheiben wird also auch der Speedster, Baujahr 2019, manch traditionelle Eckwerte wieder erreichen - oder übertreffen.

"Ich wollte schon immer einen Rennwagen zum Speedster machen", sagt Andreas Preuninger, Chef der GT-Sparte, vor der offiziellen Premiere sichtlich stolz. Bei der sommerlichen Ausfahrt von Manhattan nach Long Beach wird aber auch schon bei gemächlichen Geschwindigkeiten die Kraft des Windes deutlich zu spüren sein. Im Speedster sitzt der Fahrer wirklich im Freien. Natürlich kann es auch deutlich schneller vorangehen, als die Cops erlauben. Der Vierliter-Sechszylinder-Boxer mit 375 kW / 510 PS hat mit dem carbon-beplankten Speedster naturgemäß leichtes Spiel. Dank 470 Newtonmeter Durchzugskraft dürfte die 300-Stundenkilometer-Marke fix erreicht sein - und dann sind noch knapp zehn Geschwindigkeits-Strichlein mehr in Reserve.  Vom Ampelstart auf 100 geht es bereits in 3,9 Sekunden.

Denn der Speedster ist eben auch ein waschechter 911. Sogar einer mit Genen der stärksten Vertreter dieser inzwischen etwas unübersichtlichen Großfamilie. Große Verwandtschaft gibt es natürlich zum Carrera 4 Cabriolet. Das Fahrwerk kommt aber vom GT3. Und auch sonst war Preuningers GT-Abteilung eifrig am Werk: Frontschürzen und Kotflügel sind so voluminös wie beim GT3, der Antriebsstrang mit Sechsgang-Schaltgetriebe hat diese Herkunft und auch die Abgasanlage mit ihren Endrohren aus Titan, noch einmal weiter gewichtsoptimiert. Verzögert wird mit der Keramikbremse, die gelb wie Kaliforniens Sommersonne hinter den Speichen der Leichtmetallfelgen glänzt. Besonders stolz ist Preuninger auch darauf, dass der Speedster nun "keinen Buckel mehr hat". Der Carbon-Verdeckdeckel duckt sich so elegant ins Heck wie einst beim Vorfahren der frühen Fünfziger.

Apropos Herkunft: Da schlägt das zweite Herz des Speedster. Er soll eben gerade die Amerikaner an den Kult des Urvaters aller offenen Porsche erinnern. Und das macht er nachdrücklich. Nicht nur wegen des Verzichts auf Komfort wie Klimaanlage, elektrisches Verdeck, Navi oder Radio. Dafür gibt es die Vollschalensitze, die schon den Speedster von Hobby-Rennfahrer Dean zierten.

Limitiert auf 1.948 Stück

Die Tradition reicht eigentlich sogar noch weiter zurück. Denn mit einem Roadster hat Ferry Porsche ja gleich nach dem Krieg schon experimentiert - wenn der auch nie in Serie ging. Darum auch wird der Speedster 2019 auf 1.948 Exemplare limitiert. Denn der erste Porsche mit diesem Markennamen war eben jener 356 "Nr.1" Roadster - und der hat im Jahr 1948 seine Betriebserlaubnis erhalten. Übrigens mit 35 PS, 67 Newtonmeter Drehmoment und 140 Stundenkilometer maximal. Ein echter Sportwagen eben - lang ist's her. 

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Porsche)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

Es darf auch mal ein Ferrari sein

Für das Opfer eines Verkehrsunfalls gilt eine Schadensminderungspflicht. Vor allem bei den Kosten für einen Ersatzwagen sorgt diese immer wieder für Streit vor Gericht. ¬ mehr

Spaßmobil geht in Serie

Auf dem Autosalon in Genf war der ID.Buggy von VW noch als Studie zu bestaunen. Inzwischen sind die Würfel gefallen. Das elektrisch angetriebene Spaßmobil wird spätestens in zwei Jahren in Serie gehen - und fährt schon jetzt prima. ¬ mehr

23.08.2019

¬ Datenqualität

KYB Europe Screen Homepage

KYB nimmt an TecAlliance-Pilotprojekt teil

Als einziger Stoßdämpferhersteller nimmt KYB Europe an einem Pilotprojekt von TecAlliance teil, um Daten für Kunden schneller als bisher bereitstellen zu können. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 20.08.2019 | Autoindustrie

    DUH wirft verfehlte Modellpolitik vor

    Peter Zimmer meint: Hallo,da haben wir den Salat, jetzt muddelt die DHU mit und das gibt wieder Ärger.Wo bleibt das E A...mehr

  • 30.07.2019 | AU-Geräte-Kalibrierung

    Wichtige Fragen und Antworten

    Franko meint: Genau mein Humor, anstatt bei den Herstellern genauer hin zu schauen und diese zur Rechenschaft zu z...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

Entdecken Sie Quirin!

In der Neuerscheinung "Die Quirin-Formel" zeigt Ihnen Dr. Andreas Block, welche zentralen Bausteine erfolgreiche Autohäuser gemein haben. ¬ Jetzt bestellen!