Statt für Reifen, Ersatzteile, Reparaturinformationen oder Wartungsdaten mehrere Systeme nutzen zu müssen, sollen Werkstätten künftig mit einer einzigen fahrzeugbezogenen Suche ans Ziel kommen. Daran arbeitet der B2B-Marktplatzbetreiber Alzura seit rund drei Jahren.
Die auf der diesjährigen Automechanika vorgestellte Lösung basiert auf einer selbst entwickelten Fahrzeugdatenbank und soll verschiedene bislang voneinander getrennte Datenwelten zusammenführen. Die erste Ausbaustufe geht nach Angaben des E-Commerce-Unternehmens in Kürze mit einer neuen Reifensuche live. Weitere Produktkategorien sollen schrittweise folgen.
Das Fahrzeug wird zum zentralen Einstiegspunkt
Bislang müssen Werkstätten und Teilehändler je nach Produktgruppe unterschiedliche Suchmasken und Datenquellen nutzen. Reifen, OE-Teile, Zubehör oder Reparaturdaten sind meist nicht miteinander verknüpft.
Alzura verfolgt einen anderen Ansatz: Künftig soll das Fahrzeug selbst der Ausgangspunkt jeder Suche sein. Die Identifikation erfolgt beispielsweise über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) oder per Scan des Fahrzeugscheins. Von dort aus sollen Anwender passende Reifen und Räder, Originalteile inklusive Explosionszeichnungen, Aftermarket-Komponenten, Gebrauchtteile sowie zusätzliche Werkstattinfos abrufen können.
Millionen Datensätze in einer Plattform
Technische Basis der Lösung ist eine eigens aufgebaute Fahrzeugdatenbank. Nach Angaben von Alzura fließen rund 120 Millionen Produktdatensätze und 16 Millionen Fahrzeugdatensätze in das System ein.
Dabei beschränkt sich die Datenbasis nicht auf Pkw. Auch Nutzfahrzeuge, Lastwagen, Traktoren, Motorräder und Oldtimer werden berücksichtigt. Gerade im Bereich historischer Fahrzeuge sieht der Anbieter einen besonderen Mehrwert, da dort oft nur eingeschränkt strukturierte Fahrzeugdaten verfügbar sind.
"Alles hängt am Fahrzeug: Wir haben eine eigene Fahrzeugdatenbank aufgebaut und dahinter sehr viele weitere Datenbanken kompatibel gemacht. Dadurch führen wir Welten zusammen, die bisher immer getrennt voneinander liefen", erklärt Alzura-Chef Michael Saitow.
KI soll fehlende Informationen ergänzen
Wo Datenlücken bestehen, setzt das Unternehmen künftig auf Künstliche Intelligenz. Die Technologie soll vergleichbare Fahrzeuge identifizieren und zusätzliche Montagehinweise bereitstellen. Ziel sei es, die Suche nicht nur umfangreicher, sondern auch praxisnäher zu gestalten. Insbesondere bei seltenen Fahrzeugtypen oder älteren Baureihen könnte dies die Recherche deutlich erleichtern.
Der Ansatz könnte ein Problem lösen, das viele Werkstätten aus dem Alltag kennen: Informationen liegen zwar vor, sind jedoch auf zahlreiche Plattformen verteilt. Die Suche nach passenden Komponenten oder technischen Daten kostet deshalb oft Zeit. Mit der Verknüpfung von OE- und Aftermarket-Daten will Alzura diese Silos aufbrechen und eine durchgängige Recherche ermöglichen.
Positive Resonanz aus der Branche
Präsentiert wurde das Projekt erstmals einem breiteren Fachpublikum auf der Automechanika in Frankfurt. Die Messe nutzte Alzura nach eigenen Angaben vor allem für Gespräche mit Kunden, Lieferanten und potenziellen Partnern.
"Die Automechanika war die perfekte Bühne für den persönlichen Dialog. Sie gab uns die Möglichkeit, unsere Kunden und wichtige Branchenakteure direkt zu erreichen und Anliegen sowie Verbesserungsvorschläge unmittelbar zu besprechen", so Saitow. Die Beratungsterminals Während der Messetage seien stark frequentiert gewesen.