DAT-Report 2026: Werkstattbesuche werden seltener – aber teurer

27.01.2026 06:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Dialogannahme zwischen einem Werkstattmeister und einer Kundin
Geschäft unter Druck: Die Kosten treiben die Werkstattkunden um.
© Foto: ProMotor/T.Volz

Steigende Preise, sinkende Auftragszahlen: Der DAT-Report 2026 zeigt, wie höhere Werkstattkosten das Verhalten der Autofahrer verändern – und wo Kunden dennoch Verbesserungsbedarf sehen.

Im vergangenen Jahr 2025 sind die Kosten für Fahrzeugwartung und -reparatur deutlich gestiegen, die Anzahl der Arbeiten hingegen gesunken. Das zeigen die Zahlen des neuen DAT-Reports 2026, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wird. 

"Ein Schwerpunkt des DAT-Reports liegt auch auf den Kosten für die Arbeiten in der Werkstatt. In den vergangenen Jahren sind diese stetig angestiegen, was knapp 60 Prozent aller Pkw-Halter dazu veranlasst, ihr bisheriges Verhalten zu ändern", kommentierten die Studienautoren Uta Heller und Martin Endlein die Entwicklung laut einer Vorabmeldung. "Die meisten lassen nur noch das Notwendigste reparieren, fragen bei Bekannten nach Unterstützung oder suchen gezielt nach Werkstätten, die bestimmte Reparaturen günstiger anbieten."

Wer 2025 an seinem Auto Wartungsarbeiten durchführen ließ, bezahlte laut Marktanalyse durchschnittlich 542 Euro. Die Reparaturkosten beliefen sich auf 604 Euro. Vergleicht man dies mit den Kosten von 2020, entspricht dies einer Steigerung von 27 beziehungsweise 30 Prozent. 

Die Anzahl der Wartungs- und Reparaturarbeiten ist hingegen rückläufig. Trotz des Kostenanstiegs war auffällig, dass im Schnitt pro Pkw weniger Arbeiten in den Werkstätten beauftragt wurden. Für 2025 ermittelte die DAT einen Wert von 0,35 pro Auto, im Jahr 2019 lag dieser noch bei 0,51. "Das setzt die Kosten nochmals in ein neues Licht, da weniger Arbeiten höhere Kosten bedeutet haben", so die Experten. 

Ein weiteres Ergebnis des neuen DAT-Reports: Halter von jüngeren Pkw bis zu einem Alter von drei Jahren beanstanden häufig, dass an ihren Fahrzeugen Softwareprobleme auftreten (23 Prozent). Je älter der Wagen, desto seltener ist dies der Fall. Bei über sechs Jahre alten Autos betrug dieser Anteil beispielsweise nur 13 Prozent. Die meisten konnten diese Probleme im Rahmen eines ohnehin geplanten Werkstattbesuchs erledigen lassen. Viele mussten jedoch auch separat einen Termin vereinbaren.

Werkstatt und Kunde: Hier gibt es noch Optimierungspotenzial 

Trotz einer hohen Treue zum Kfz-Betrieb und einer weiterhin engen Bindung sieht etwa die Hälfte der befragten Pkw-Halter Optimierungspotenzial. Dies betrifft vor allem die kurzfristige Terminsituation (50 Prozent), aber auch attraktive Angebote (37 Prozent), die Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten (35 Prozent) sowie kundenfreundlichere Öffnungszeiten (32 Prozent). 

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Am wichtigsten bleibt der Faktor Mensch. Erstmals wurden die Autofahrer gefragt, welche Bereiche sie sich bei einem Werkstattbesuch in digitaler Form vorstellen könnten. Das Ergebnis: Lediglich bei der Terminvergabe und der Nachbetreuung wäre dies für ein Viertel aller Befragten denkbar. Bei allen weiteren Prozessschritten wünschen sich die Kunden den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern der Werkstatt.

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Über den DAT-Report

Der DAT-Report der Deutschen Automobil Treuhand GmbH gilt seit über 50 Jahren als verlässliche, neutrale Quelle für Fakten über die automobilen Befindlichkeiten in Deutschland. Für den DAT-Report 2026 wurden im Auftrag der DAT durch das Marktforschungsinstitut NIQ GfK insgesamt 4.666 Personen zum Autokauf und zum Werkstattverhalten befragt. Für den Pkw-Kauf waren es 2.598 private Autokäufer; für den Reparatur- und Wartungsbereich sowie das Werkstattverhalten 2.068 Autofahrer/private Pkw-Halter.

Der aktuelle DAT-Report 2026 betrachtet das Autojahr 2025. Er umfasst 84 Seiten, 108 Grafiken und entsprechende Kommentierungen. Ab Mitte Februar 2026 kann die neue Studie kostenpflichtig bestellt werden unter dat.de/report




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