Hella: Umfangreiches Ersatzteilprogramm

16.01.2026 08:23 Uhr | Lesezeit: 2 min
Hella
Mit unterschiedlichsten Produkten steigt Hella wieder im Thermomanagement ein.
© Foto: Dieter Väthröder

Nach fünf Jahren Abstinenz kehrt Hella mit einem umfangreichen Ersatzteilprogramm in die Welt des Thermomanagements zurück. Unter dem Motto "Back to Cool" will man die OE-Expertise konsequent in den Aftermarket übertragen.

Mit euphorischen Worten eröffnete Jens Biermann, Vertriebsleiter DACH bei Hella, die Auftaktveranstaltung zum Wiedereinstieg in das Thermomanagement: "Wir sind wieder da. Für uns ist die Rückkehr ins Thermomanagement ein großer Schritt, aber ein freudiger Schritt zurück in die Zukunft." Nachdem man bis 2019 als Hella Behr Service die Klimaanlagenwartung und -reparatur im Aftermarket erfolgreich begleitete, musste man aus vertragsrechtllichen Gründen die Produkte damals abgeben.

Die letzten fünf Jahre nutzte Hella, um ein komplettes Setup rund um das Thermomanagement aufzubauen - obwohl die Rahmenbedingungen im Automotive-Markt alles andere als einfach sind, wie Marcel Wiedmann, Executive Vice President bei Hella, schilderte: "Die Automobilindustrie steckt in einer gigantischen Transformation. Auf der einen Seite Elektrifizierung, autonomes Fahren und steigende Komplexität in den Fahrzeugen, auf der anderen Seite sind aber auch alle Technologien der Vergangenheit noch aktiv. Und das müssen wir als Industrie entsprechend bespielen." In Deutsch­land mit starken OEM aus Europa groß geworden, will man sich jetzt globaler aufstellen und auch neue Hersteller aus China und USA gewinnen. "Das hilft uns auch im Aftermarket, da immer mehr dieser Fahrzeuge nach Europa kommen", sagt Wiedmann.

Temperaturströme steuern

Neben dem Bereich Thermomanagement will Hella auch in den anderen Produktgruppen wie Elektronik oder Licht die Marktabdeckung ausbauen. Noel Caillat, Vice President Global Product Management, ging auf das Portfolio im Bereich Thermomanagement ein: "Zum Wiedereinstieg starten wir mit rund 1.000 Artikelnummern, im ersten Quartal 2026 folgen weitere 1.500. Bis 2027 werden mehr als 6.000 Stock Keeping Units verfügbar sein." Diese stehen dann für Pkw und Lkw zur Verfügung. Darüber hinaus arbeitet man an der kontinuierlichen Erweiterung des Sortiments und sieht neue Möglichkeiten im Bereich der Komfortklima-Funktionen durch die Entwicklung des BEV-Marktes.

Sebastian Keils, Executive Vice President Sales Business, ging anschließend auf die zukünftigen Herausforderungen im Thermomanagement ein. "Im Gegensatz zu früher sind heute viel mehr Temperaturströme zu steuern. Wenn man diese sinnvoll nutzt, ergeben sich daraus vielfältige Vorteile", sagte Keils. So wird beispielsweise das Schnellladen unterstützt, indem die Batterie im optimalen Temperaturfenster gehalten wird. Gleichzeitig gilt es, die Reichweite durch Komfortfunktionen so wenig wie möglich zu beeinflussen. "Um im Fahrzeug möglichst schnell eine Komforttemperatur zu erreichen, nutzen wir so wenig wie möglich Energie aus der Batterie, sondern die Abwärme aus allen möglichen Quellen wie Batterie oder Elektronik", so Keils.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Komplexität der Teile. "Durch integrierte Lösungen können wir rund 30 Prozent Gewicht und etwa 60 Bauteile einsparen. Wir sparen also Platz, Gewicht und Komponenten und damit auch Kosten, ein großer Vorteil für unsere Kunden", erläutert Keils.

Hella Marcel Wiedmann
Marcel Wiedmann, Executive Vice President von Hella, im Interview. 
© Foto: Hella

Marcel Wiedmann, Executive Vice President von Hella:

asp: Warum steigt Hella wieder in das Thema Thermomanagement ein?
M. Wiedmann: Wir haben in unserem Erstausrüstungsgeschäft das Sortiment stetig erweitert, unter anderem durch zukunftsweisende Innovationen wie den Coolant Control Hub (CCH). Auch unser Aftermarket-Portfolio im Bereich Elektrik und Elektronik ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Dies bietet uns jetzt mehr Synergien, die wir in den Aftermarket übertragen wollen. Die Nachfrage nach unseren Thermomanagement-Produkten ist auch hoch geblieben - sowohl bei unseren Kunden als auch in den Werkstätten, wo wir immer noch als kompetenter Anbieter von Thermolösungen gesehen werden. Daher war es für uns in Summe ein naheliegender Schritt, wieder in das Thermogeschäft zurückzukehren.
asp: Welche weiteren Bereiche decken Sie mit Ihrem Ersatzteilprogramm ab, welche kommen in Zukunft dazu?
M. Wiedmann: Wir sind Mitte des Jahres mit Thermomanagement-Komponenten wie Kühlern, Kondensatoren, Lüftern, Innenraumgebläsen, Wärmetauschern und Klimakompressoren erfolgreich in den Markt wieder eingestiegen. Wir werden in 2026 bereits gut 2.500 Produkte im Sortiment haben, im Jahr darauf sollen es dann rund 6.000 werden. Durch die enge Verzahnung mit Elektronikkomponenten wie Kühlmittelthermostaten, Luftgütesensoren und Temperaturschaltern bieten wir Werkstätten ein zukunftssicheres Portfolio, unterstützt durch passendes Zubehör, das den Einbau erheblich vereinfacht. Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, unsere OE-Expertise konsequent in den Aftermarket zu übertragen. Insbesondere das Thermomanagement in Elektro- und Hybridfahrzeugen wird einen zentralen Platz in unserem Portfolio einnehmen.
asp: Warum sollte eine Werkstatt auf Hella Aftermarket setzen?
M. Wiedmann: Das A und O für Werkstätten ist Qualität. Mit Erstausrüsterkompetenz und langjähriger Expertise im Thermomanagement bieten wir Produkte, die durch Zuverlässigkeit und Langlebigkeit überzeugen. Doch wir gehen weiter: Neben hochwertigen Ersatzteilen bietet Hella ein breites Spektrum an Diagnose- und Serviceleistungen, darunter technische Hotlines, praxisorientierte Trainings und digitale Informationsplattformen. Damit rüsten wir Werkstätten optimal aus, um komplexe Thermomanagement-Systeme sicher und effizient warten zu können. Unser Ersatzteilprogramm ist europaweit verfügbar und wird durch ein dichtes Händlernetz sowie unkomplizierte Bestellwege gestützt. Zudem bieten wir mit "CoolProtect" einen kostenlosen Service bei Reklamationen inklusive schneller Gutschrift für Kompressoren und verbundene Komponenten. Die Registrierung über Hella Tech World ist einfach und erfordert lediglich die Teilnahme an einem Kompressortraining.


Hella
Cooler Pinguin: Hella möchte mit dem Thema Thermomanagement durchstarten und rührt die Werbetrommel.
© Foto: Dieter Väthröder

Komplexität nimmt zu

Marcel Gerbracht und Mario Maaß betrachteten das Thema aus der Sicht des Mechanikers. Im Gegensatz zu früher stellt das komplexe Thermomanagement den Mechaniker heute vor große Herausforderungen. "Wir stehen heute an dem Punkt, dass der Mechaniker zur Reparatur oder Wartung zeitgleich die Fahrzeugdaten braucht. Das heißt, dass auch die Diagnose beim Thema Thermomanagement immer weiter in den Fokus rückt, auch weil neue Komponenten oft wieder angelernt werden müssen", so Gerbracht. Die Komplexität des Themas, auch im Hinblick auf den Einsatz neuer Kältemittel, gipfelt in einer Verpflichtung zu einer neuen Ausbildungsbescheinigung ab dem 13. März 2029 zum fachkundigen Umgang mit den Komponenten des Thermomanagements. Über die Hella Academy oder das Servicekonzept "Cool­Protect" bietet Hella exklusive Schulungen für qualifizierte Reparaturen und zur Erlangung des Fachkundenachweises an.


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