Glühkerzen: Durchbrennen statt vorglühen

16.01.2026 08:21 Uhr | Lesezeit: 2 min
Moderne Glühkerzen müssen Temperaturen über 1.000 Grad Celsius aushalten können.
© Foto: Bosch

Ohne Glühkerzen ist kein Kaltstart bei Dieselmotoren möglich. In modernen Motoren sind sie darüber hinaus auch für eine saubere Verbrennung und eine korrekte Abgasnachbehandlung erforderlich. Defekte lassen sich relativ schnell erkennen

Glühkerzen gehören zu den entscheidenden Komponenten moderner Dieselmotoren. Sie gewährleisten nicht nur einen zuverlässigen Kaltstart, sondern unterstützen zusätzlich auch die korrekte Abgasnachbehandlung. Ihr einwandfreier Zustand ist damit ein zentraler Faktor für niedrige Emissionen sowie für Effizienz und Betriebssicherheit im Verbrennungs-prozess.

Mehr heizen, mehr Verschleiß

Im Gegensatz zu Ottomotoren, wo das Benzin-Luft-Gemisch über Zündkerzen gezündet wird, erfolgt die Verbrennung im Dieselmotor durch Selbstzündung des Kraftstoff-Luft-Gemischs unter hohem Druck. Glühkerzen unterstützen diesen Prozess insbesondere bei niedrigen Temperaturen, indem sie die Brennkammer lokal vorwärmen.

Die technologische Entwicklung der Glühkerzen stand nicht still: Seit den ersten Modellen der 1920er-Jahre hat sich die Technologie stetig weiterentwickelt. Moderne Hochleistungs- und Keramikglühkerzen erreichen sehr kurze Aufheizzeiten und widerstehen hohen thermischen Belastungen. Doch obwohl es für Glühkerzen im Regelfall kein festes Wechselintervall gibt, unterliegen sie aufgrund der hohen Temperaturen und der Belastungen einem Verschleiß. Man könnte es auch so ausdrücken: Ihr Verschleiß korreliert primär mit der Anzahl der Heizzyklen - also der Häufigkeit, mit der sie aktiv werden müssen. Neben jedem Motorstart zählen dazu auch Regenerationsprozesse des Dieselpartikelfilters, bei dem die Verbrennungstemperatur angehoben werden muss.

Auch das Fahrprofil hat einen großen Einfluss auf die Lebensdauer. Wer häufig Kurzstrecken fährt, muss mit einer kürzeren Lebensdauer der Glühkerzen rechnen. Denn ein vermehrter Kurzstreckenbetrieb führt dazu, dass Dieselmotoren seltener ihre optimale Betriebstemperatur erreichen. Glühkerzen müssen daher häufiger eingreifen, um Kaltstarts zu unterstützen und die Abgasnachbehandlungen zu ermöglichen. Dies erhöht die thermische Beanspruchung und verkürzt die Lebensdauer.

Probleme erkennen

Neigen sich Glühkerzen dem Ende ihrer Lebensdauer zu oder haben sie einen Defekt, lässt sich das anhand von bestimmten Symptomen erkennen. Defekte Glühkerzen können sich beispielsweise dadurch bemerkbar machen, dass die Motorwarnleuchte aufleuchtet. Bei Dieselfahrzeugen gibt es zudem ein untrügliches Zeichen, wenn der Motor sich nur schwer starten lässt, besonders beim Kaltstart und niedrigen Außentemperaturen. Im Leerlauf ist weißer Rauch ein Zeichen, dass die Verbrennung nicht optimal funktioniert, ebenso schwarzer Rauch oder ein erhöhter Kraftstoffverbrauch des Autos. Spätestens jetzt ist es an Zeit, mithilfe eines Diagnosegeräts oder Abgastests das Problem näher zu untersuchen, um Hinweise auf Fehlfunktionen im Glüh- oder Temperaturregelsystem zu bekommen.


Glühkerzen: Anzeichen erkennen

Gluehkerzen-1.jpg Bildergalerie

Typische Defekte

Der japanische Zulieferer Denso zeigt anhand anschaulicher Bilder, welche Fehler bei Glühkerzen auftauchen können. Ganz häufig sind Schäden an den Glühkerzen, die durch Überhitzung oder Überspannung entstehen, etwa durch defekte Relais oder Regler. Das lässt sich beim Ausbau der Glühkerze leicht an der aufgequollenen oder gebrochenen Sondenspitze erkennen. Gelangt Motorenöl in den Brennraum, entsteht so viel Hitze, dass sich die Glührohre verformen können. Umgekehrt sorgt häufiger Kurzstreckenbetrieb für eine unvollständige Verbrennung, was sich an Kohlenstoff­abla­gerungen an der Glühkerze bemerkbar macht. Auch ein zu früher Einspritzzeitpunkt oder undichte Injektoren können die thermische Belastung im Brennraum erhöhen und dadurch die Glühkerzen schädigen.

Neben diesen thermischen Ursachen kann aber auch eine fehlerhafte Montage für Schäden an der Glühkerze sorgen. Abgebrochene Glührohre oder beschädigte Anschlüsse deuten oft auf Montagefehler hin.

Bei der Diagnose ist zunächst eine systematische Prüfung des gesamten Glühkreises - inklusive Steuergerät, Relais, Verkabelung und Einspritzanlage - unerlässlich, um wiederholte Defekte zu verhindern. Ein technisch einwandfreier Austausch setzt zudem vorbereitete, gereinigte Gewinde sowie das spezifische Anzugsdrehmoment voraus, mit der die neue Glühkerze eingeschraubt wird. Ablagerungen am Gewinde oder Schaft können zum Verspannen und zu Montagefehlern führen. Der Einsatz eines geeigneten Gewindeschneidwerkzeugs vor dem Einbau sorgt für korrekten Sitz und verhindert unnötige Beschädigungen. Werkstätten sollten zudem auf Komponenten mit hoher thermischer Stabilität und zuverlässigem Regelverhalten zurückgreifen. Qualitätsprodukte tragen wesentlich zu Betriebssicherheit und Langlebigkeit bei.


Symptome defekter Glühkerzen:

  • Motorwarnleuchte: Das Aufleuchten der Motorwarnleuchte ist das erste Anzeichen dafür, dass ein Defekt an der Glühkerze vorliegen könnte.
  • Startprobleme bei Kälte: Schwierigkeiten beim Starten des Motors, insbesondere bei kalten Temperaturen, deuten darauf hin, dass die Glühkerzen nicht schnell genug warm werden.
  • Weißer Rauch beim Kaltstart: Wenn der Motor im Leerlauf weißen Rauch aus dem Auspuff ausstößt, könnte es sein, dass die Glühkerzen durchgebrannt sind.
  • Schwarzer Rauch oder erhöhter Kraftstoffverbrauch: Es können auch schwarzer Rauch aus dem Auspuff oder ein erhöhter Kraftstoffverbrauch Anzeichen für einen Defekt sein.



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