Schadstoffe in Neuwagen: ADAC-Messung zeigt deutliche Unterschiede

12.05.2026 08:25 Uhr | Lesezeit: 2 min
Vordersitze des Hyundai Kona-E mit elektrischer Sitzverstellung
Der ADAC hat untersucht, wie hoch die Schadstoffkonzentration im Innenraum verschiedener Fahrzeuge ist.
© Foto: Christian Bittmann

Der ADAC hat die Schadstoffbelastung in Neuwagen untersucht. Ergebnis: Vor allem junge Fahrzeuge weisen erhöhte Innenraumwerte auf.

Der typische Geruch eines Neuwagens hat messbare Ursachen: Chemikalien, die aus Kunststoffen, Klebern und anderen Materialien ausdünsten. Der ADAC hat gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik untersucht, wie hoch die Schadstoffkonzentration im Innenraum ausfällt und wie sie wahrgenommen wird.

Für die Analyse wurden ein Hyundai Kona Hybrid, ein Dacia Spring, ein BYD Seal 6 Touring sowie zwei VW Golf eTSI unterschiedlichen Alters in einer klimatisierten Messkammer geprüft. Dabei zeigte sich: Je jünger ein Fahrzeug ist, desto höher fallen tendenziell die Schadstoffwerte aus.

Alter als entscheidender Faktor

Ein zentraler Messwert ist der sogenannte TVOC-Wert, der die Summe flüchtiger Kohlenwasserstoffverbindungen beschreibt. Dazu zählen unter anderem Stoffe wie Formaldehyd, Benzol oder Xyole. 

Alle untersuchten Fahrzeuge lagen beim TVOC-Wert über dem Referenzwert des Umweltbundesamts (UBA), erreichten nach Angaben des ADAC jedoch keine gefährlichen Konzentrationen. Besonders deutlich wurde der Einfluss des Fahrzeugalters am Beispiel des VW Golf: Beim rund einen Monat alten Fahrzeug lag die Konzentration flüchtiger Stoffe mehr als fünfmal so hoch wie bei einem etwa 200 Tage alten Vergleichsmodell. Auch der BYD Seal zeigte vergleichsweise hohe Werte.

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Hitze verstärkt Emissionen

Neben dem Alter hat die Temperatur einen erheblichen Einfluss auf die Innenraumluft. Für Formaldehyd gilt ab 2027 ein gesetzlicher Grenzwert. Im Umgebungsmodus bei 23 Grad blieben alle getesteten Fahrzeuge darunter. 

Wurden die Fahrzeuge jedoch künstlich erhitzt – etwa unter Bedingungen wie bei direkter Sonneneinstrahlung –, stiegen die Messwerte deutlich an. In allen Fällen konnte das Einschalten der Lüftung die Konzentration der Schadstoffe reduzieren.

Für Kfz-Betriebe ergibt sich daraus ein klarer Praxisbezug. Der "Neuwagengeruch" ist nicht nur ein emotionales Thema, sondern auch erklärungsbedürftig – insbesondere bei jungen Fahrzeugen oder nach längeren Standzeiten. Der ADAC weist auch darauf hin, dass ein ungewöhnlich intensiver Geruch, der über mehrere Wochen anhält, als Mangel reklamiert werden kann.


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