Sicherheitslücke: ZDK warnt vor Ende der Cybersicherheits‑Updates

27.04.2026 09:20 Uhr | Lesezeit: 3 min
Symbolbild für einen Hacker-Angriff
Statt eines festen Enddatums fordert eine Allianz aus Verbänden einen risikobasierten und lebensdauerorientierten Ansatz.
© Foto: Peach/Getty Images Plus/iStock

Ein Branchenbündnis um den ZDK fordert Cybersicherheits‑Updates für Fahrzeuge über die gesamte Nutzungsdauer. Ein fixes Support‑Ende nach zehn Jahren sei ein Risiko für Verkehrssicherheit, Verbraucher und den freien Wettbewerb im Aftermarket.

Ein breites Branchenbündnis um den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) spricht sich gegen ein zeitlich begrenztes Ende der Cybersicherheits‑Updates für Fahrzeuge aus. Hintergrund ist die Diskussion um ein mögliches Ende des sogenannten Cybersecurity‑Supports nach zehn Jahren. Deutsche Hersteller planen demnach, danach keine Updates mehr bereitzustellen. Aus Sicht der Verbände wäre ein solches Vorgehen im Zeitalter vernetzter Fahrzeuge ein sicherheitspolitischer Rückschritt. Fahrzeuge seien heute digitale Systeme, deren Schutz vor Cyberangriffen nicht an einem festen Stichtag enden dürfe.

Allianz entlang des Aftermarkets

Neben dem ZDK unterstützen weitere Organisationen das Positionspapier, darunter der ADAC, der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur‑Handwerk (BRV), der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk), der Bundesverband Autoglaser sowie der Gesamtverband AutoteileHandel (GVA). Gemeinsam vertreten sie Interessen von Verbrauchern, Werkstätten, Teilehandel und Pannenhilfe. Die Verbände warnen, dass ohne kontinuierliche Updates und diskriminierungsfreien Zugang zu Fahrzeugdaten Reparaturen erschwert würden. Gleichzeitig drohten steigende Kosten und eine stärkere Abhängigkeit von Fahrzeugherstellern.

Kritik an VDA‑Vorschlag

Konkret richtet sich die Kritik gegen Überlegungen des Verbands der Automobilindustrie (VDA), im Rahmen der UN‑Regelung Nr. 155 ein verbindliches "End of Cybersecurity‑Support" (EoCSS) zu verankern. Ein solches regulatorisch akzeptiertes Support‑Ende für Fahrzeuge, die weiter am Straßenverkehr teilnehmen, hält das Bündnis für nicht verantwortbar. Nach Einschätzung der Verbände könnten Fahrzeuge dadurch nicht mehr als sicher gelten – unabhängig von ihrem technischen Zustand. Betroffen wären insbesondere ältere Fahrzeuge und der Gebrauchtwagenmarkt.

Risiken für Werkstätten und Halter

Die Allianz warnt vor weitreichenden Folgen: Fahrzeuge könnten ihre Betriebserlaubnis verlieren oder nur noch eingeschränkt nutzbar sein. Gleichzeitig könnten kostenintensive Hardware‑Nachrüstungen notwendig werden, um weiterhin Cyberschutz zu gewährleisten. Das würde Fahrzeughalter belasten und freien Werkstätten den Service erschweren. Aus Sicht des Kfz‑Gewerbes wäre dies ein weiterer Schritt hin zu einer Verlagerung von Wartung und Reparatur hin zu herstellergebundenen Strukturen.

Statt eines festen Enddatums fordert das Bündnis einen risikobasierten und lebensdauerorientierten Ansatz. Cybersicherheit müsse über das Produktionsende hinaus gewährleistet bleiben und die Realität eines alternden Fahrzeugbestands berücksichtigen. Gerade in Deutschland mit seinem hohen Anteil älterer Fahrzeuge sei dies entscheidend für bezahlbare Mobilität, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit.


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